Zahnmedizin: Neue Werkstoffe für 3D-gedruckte Kronen
Noch ist unsicher, wie haltbar die verwendeten Kunststoffe im Vergleich zu klassischen Lösungen aus Keramik sind.
Foto: dpaKöln. Dauerhaften Zahnersatz aus dem 3D-Drucker innerhalb eines 60-minütigen Zahnarztbesuches direkt in der Praxis designen und produzieren – das ist die Vision von SprintRay. Der US-Hersteller von 3D-Druckern möchte die Handarbeit ablösen. Beim herkömmlichen Verfahren läuft es so: Aus einem Abdruck des Gebisses erstellt man ein Modell aus Gips. Mit dieser Vorlage schnitzt ein Zahntechniker Wachsmodelle, bevor dann in einem Gussverfahren die individuell passenden Zahnkronen oder -brücken entstehen. Heute können Kiefer und Zähne digital gescannt werden – so entfällt der für Patienten teils unangenehme Abdruck mit einem Löffel voller Knetmasse.
Beim 3D-Druck, auch als additive Fertigung bezeichnet, trägt die Druckmaschine dann anhand eines digitalen Modells Schicht für Schicht Material auf. Ein Vorteil: Das Verfahren biete besonders viel Freiheit in der Gestaltung von komplexeren Formen, sagt Fabian Hüttig, Leiter der Studienzentrale „Medizinprodukte“ an der Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Tübingen. So könne man etwa Drucke mit Hohlräumen schaffen – das spart gerade bei größeren Kieferprothesen Gewicht ein. Auch kleine Produkte lassen sich präzise fertigen.