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Coachhub, McMakler, TaxfixEntlassungswelle bei deutschen Start-ups geht weiter

Wegen der Zurückhaltung der Investoren müssen die Jungfirmen Kosten senken. Viele Start-ups streichen bereits zum zweiten Mal in kurzer Zeit Stellen.Nadine Schimroszik 02.06.2023 - 15:36 Uhr Artikel anhören

Rund 120 Mitarbeiter müssen die Berliner Firma verlassen.

Foto: Taxfix

Berlin. Die Entlassungswelle in der deutschen Start-up-Szene setzt sich fort. In den vergangenen Tagen haben die Berliner Firmen Coachhub, McMakler und Taxfix angekündigt, sich von zahlreichen Mitarbeitenden zu trennen.

Viele Jungunternehmen müssen derzeit die Kosten senken, um sich angesichts der andauernden Wirtschaftsschwäche und der Zinswende unabhängiger von Investorengeldern zu machen. Denn die Wagniskapitalgeber sind weiterhin sehr zurückhaltend, wenn es um die Finanzierung von Start-ups geht, die bereits größer sind und entsprechend höhere Geldspritzen für ihr Wachstum benötigen.

Beim Online-Coaching-Anbieter Coachhub ist es bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass Angestellte das Unternehmen verlassen müssen. So werden weitere zehn Prozent der weltweiten Stellen abgebaut, teilte Coachhub am Freitag mit. Dieser Schritt sei notwendig, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Das wirtschaftliche Umfeld sei derzeit sehr schwierig.

Während Coachhub keine Angaben zu den konkreten Zahlen machte, sprach der Datendienst Layoffs.fyi von 60 Stellen, die wegfallen. Erst Ende Januar hatte sich Coachhub von rund 80 Mitarbeitern getrennt, was damals zehn Prozent der Belegschaft entsprach.

Die Nachricht kam derzeit für viele Beobachter überraschend. Im Gegensatz zu vielen anderen Start-ups konnte Coachhub noch im vergangenen Sommer 200 Millionen Dollar bei Investoren einsammeln. Erst im März bezog das Unternehmen ein 5000 Quadratmeter großes Büro in der Berliner Friedrichstraße, um von dort sein internationales Geschäft zu steuern.

Taxfix streicht nach Übernahme Stellen

Auch die Stellenstreichungen bei Taxfix sind unerwartet. Der Steuer-App-Anbieter wird von Investoren mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet und gehört damit zum Kreis der sogenannten Einhörner. Noch im Februar hatte Taxfix mit der Übernahme des kleineren Konkurrenten Steuerbot Schlagzeilen gemacht.

Nun erklärte das 2016 gegründete Unternehmen, das makroökonomische Finanzierungsumfeld habe sich in den letzten Monaten verändert. Daher sei es aktuell wichtiger denn je, sich langfristig als unabhängiges Unternehmen aufzustellen. Zudem seien durch den Zukauf Synergien entstanden. Um rentabler zu werden, streicht Taxfix ein Fünftel der Stellen. Rund 120 Mitarbeiter müssen die Firma verlassen.

McMakler verfügt ebenfalls bereits über Erfahrungen mit Entlassungen. Im vergangenen Jahr baute das Immobilien-Start-up bereits 190 Stellen ab, nun kommen noch mal 60 hinzu. „Wir bedauern diesen Schritt sehr, leider war er jedoch unumgänglich“, erklärte McMakler.

Gründe für die Entlassungen seien die anhaltend schwierige Situation auf dem Immobilienmarkt und das sich eintrübende gesamtwirtschaftliche Umfeld. Aktuell sind noch rund 750 Mitarbeiter bei dem Start-up beschäftigt, das den traditionellen Makler abschaffen will.

Um sich dringend benötigtes frisches Geld bei Investoren zu sichern, griff auch der Lebensmittel-Schnelllieferdienst Flink kürzlich erneut auf Entlassungen zurück. Denn um 150 Millionen Euro von Bestandsinvestoren zu erhalten, verlangten die Geldgeber, dass Flink umgehend seine Kosten senkt.

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Nachdem das Start-up über die vergangenen Monate bereits 8000 Mitarbeitern kündigte, darunter hauptsächlich Fahrer, kamen Ende Mai noch mal 100 Stellen in der Verwaltung hinzu. Damit arbeiten dort nun noch 500 Leute. Dem "Manager Magazin" zufolge hatte Flink zu Hochzeiten 21.000 Mitarbeiter. Inzwischen soll die Zahl dem Unternehmen zufolge auf etwas mehr als 10.000 geschrumpft sein.

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