Märkte-Insight: Unternehmen befeuern eigene Aktienkurse mit Rückkäufen – und Anleger unterschätzen es

Nach Jackson Hole dürften Anleger auf der Suche nach Zins-Orientierung noch stärker auf Daten zur Inflations- und Wirtschaftsentwicklung achten als üblich, meint die Autorin.
Foto: HandelsblattEs ist ein verblüffendes Phänomen. Die meisten institutionellen Investorinnen und Investoren sehen seit Monaten erhebliche Risiken für die Aktienkurse, aber die Kurse steigen munter weiter. Seit mehr als einem Jahr sind zumindest die rund 250 Fondsmanager, die jeden Monat von der Bank of America befragt werden, in Aktien untergewichtet.
Das betrifft vor allem die USA. Untergewichtet bedeutet, dass die Portfoliomanagerinnen und Portfoliomanager weniger Aktien halten, als es die richtungweisenden Indizes vorgeben. Die Aktienkurse steigen wie gesagt dennoch – und das liegt nicht zuletzt an den Unternehmen selbst.
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In den USA haben die Unternehmen bis Ende Mai bereits Pläne zum Rückkauf von Aktien im Wert von mehr als 600 Milliarden Dollar angekündigt. Analysten rechnen bis Jahresende mit weiteren 500 bis 600 Milliarden.
Damit steuern die Aktienrückkäufe in den USA auf einen Rekord zu. Im vergangenen Jahr hatten Konzerne an der Wall Street Aktien im Wert von 1,05 Billionen Dollar zurückgekauft. „Die Rückkaufprogramme sorgen für steigende Kurse“, schreibt dazu Carsten Klude, Chefvolkswirt bei M.M. Warburg.