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ArbeitsmarktArbeitslosigkeit steigt leicht – Zahl der Erwerbstätigen sinkt erstmals seit zehn Monaten

Bislang hatte sich der Arbeitsmarkt in Deutschland trotz der Krisen robust gezeigt. Doch die konjunkturellen Probleme hinterlassen erste Spuren. 30.06.2023 - 09:57 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Zahl der Erwerbstätigen ist erstmals seit zehn Monaten gesunken.

Foto: dpa

Berlin. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juni leicht gestiegen. Mit 2,555 Millionen Menschen waren 11.000 mehr ohne Job als im Vormonat und 192.000 mehr als vor einem Jahr, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Freitag mit. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 5,5 Prozent

Derweil ist die Zahl der Erwerbstätigen bereinigt um saisonale Schwankungen im Mai um 4000 im Vergleich zum Vormonat gesunken, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist der erste Rückgang seit zehn Monaten.

Im April hatte es noch einen Anstieg um 14.000 gegeben, im Februar und März sogar von jeweils 55.000. Die deutsche Wirtschaft ist zuletzt zwei Quartale in Folge geschrumpft und steckt damit in einer Rezession. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen auch für 2023 insgesamt mit einem schrumpfenden Bruttoinlandsprodukt. Insgesamt waren im Mai rund 45,7 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig.

„Die schwierigeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spüren wir nun auch auf dem Arbeitsmarkt“, sagte BA-Chefin Andrea Nahles. „Die Arbeitslosigkeit steigt und das Beschäftigungswachstum verliert an Schwung.“ In den Betrieben geht die Arbeitskräftenachfrage nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) seit mittlerweile einem Jahr beständig zurück: Der saisonbereinigte Stellenindex sei im Juni um drei Punkte auf 119 Punkte gefallen, nachdem dieser im Mai 2022 einen Höchststand von 139 Punkten erreicht hatte, wie die BA ermittelte.

Zu einem ähnlichen Befund kommt das Ifo-Institut in seiner Umfrage unter 9000 Unternehmen. Das daraus berechnete Beschäftigungsbarometer für die Gesamtwirtschaft stieg im Juni zwar, allerdings nur leicht um 0,2 auf 98,4 Punkte, wie die Münchner Forscher herausfanden. „Aber insbesondere in der Industrie spiegelt sich der aufkeimende Pessimismus in zurückhaltenden Personalplanungen“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Einzig bei den Dienstleistern wird weiter über Neueinstellungen nachgedacht.“

Insgesamt dürfte der Arbeitsmarkt vergleichsweise robust bleiben. Die Zahl der Arbeitslosen werde zwar in diesem Jahr steigen, 2024 dann aber wieder auf 2,45 Millionen sinken, erwarten etwa die Ifo-Forscher. Gleichzeitig dürfte die Zahl der Erwerbstätigen kräftig zulegen und im kommenden Jahr mit 46,07 Millionen ein Rekordniveau erreichen.

dpa, rtr
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