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Economic ChallengesGewollte Energieverteuerung nährt Zweifel am EZB-Inflationsziel

Die Euro-Zone läuft als Wirtschaftsraum in der Wohlstands- und Teuerungsentwicklung eher auseinander als zusammenzuwachsen. Dies erschwert die Bekämpfung der Inflation durch die Europäische Zentralbank enorm. 28.07.2023 - 07:00 Uhr Artikel anhören
Economic Challenges 28.7.2023

Inflationsdilemma: Der Teuerungsschub im Euro-Raum zeigt eine große Bandbreite. Das erschwert die Inflations-Bekämpfung.

27.07.2023
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Bert Rürup verweist im Podcast mit Jörg Lichter, Direktor des Handelsblatt Research Institute, auf die grüne Inflation. „Wir wollen ja, dass strategische Produkte, beispielsweise Erdöl und Erdgas, teurer werden. Das ist eine gewollte Teuerung. Eine gewollte Inflation. Kann man auch beim Inflationsziel von zwei Prozent bleiben?“

Jörg Lichter erklärt zum Phänomen der grünen Inflation (Greenflation), dass die sukzessive Erhöhung des Preisniveaus nichts anderes sei, als den CO2-Preis jedes Jahr schrittweise zu erhöhen. Das sei politisch gewollt, und deshalb sollte man das auch beim Inflationsziel mit berücksichtigen. Ob die zwei Prozent der EZB dann noch angemessen sind? „Ich habe da meine Zweifel“, antwortet Lichter.

Rürup findet es jedoch ausgesprochen schwierig, ein neues Ziel zu formulieren. Die EZB sei ja zuständig für 20 EU-Staaten. Und wenn man die nationalen Inflationsraten anschaue, schwankten die Raten zwischen anderthalb Prozent und 12 bis 13 Prozent.

Lichter antwortet, dass die EZB mit dieser Heterogenität des Wirtschafts- und Währungsraums seit 20 Jahren zu tun habe. Dies habe man bei der Einführung des Euros auch gewusst. Bisher habe es die EZB trotzdem gut geschafft, die Währungsunion zusammenzuhalten, obwohl es immer wieder zentrifugale Kräfte gebe. Dazu zähle aktuell der große Spread bei den Inflationsraten.

Rürup bedauert, dass die EZB machen könne, was sie wolle, sie komme immer in Legitimationsprobleme.

Was aber dadurch bedingt sei, dass die einzelnen Länder unterschiedlich auf die Energiepreissteigerung reagiert hätten, erläutert Lichter. Spanien habe die Energieproduktion subventioniert, Deutschland dagegen den Energieverbrauch. In Spanien gehen die Energiepreise also nicht im gleichen Maße in die Teuerungsrate ein wie in Deutschland. „Für die Europäische Zentralbank ist es natürlich sehr schwer, den Mittelweg zu finden, um diese große Spreizung von Inflationsraten mit ihrer europäischen Geldpolitik abzudecken.“

Wenn Sie Lob, Kritik oder Themenwünsche haben, dann schreiben Sie uns doch gern oder schicken uns eine Sprachnachricht an chefoekonom@handelsblatt-research.com

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