Wirtschaftskrise: Wie schafft es Deutschland aus der Wachstumsfalle?
Die Wirtschaft fordert eine „Reformagenda zur Steigerung der ökonomischen Fitness“.
Foto: IMAGO/NurPhotoBerlin/Düsseldorf. Die Kommentare von Ökonomen und Politikern nach den schwachen Wachstumszahlen am Freitag waren einmal mehr alarmierend. „Wirtschaft im Sinkflug“, „Tritt in die Magengrube“, „weitere Konjunkturklatsche“.
Und so geht das seit Wochen. Seit drei Quartalen ist die Wirtschaft nun nicht gewachsen, und Besserung nicht in Sicht. So war am Freitag auch der Ifo-Geschäftsklimaindex auf den niedrigsten Stand seit 2020 gefallen.
Die Sorgen um den Standort Deutschland nehmen zu. Nicht weil Deutschland eine konjunkturelle Schwächephase erlebt. Dies ist angesichts kräftig anziehender Kapitalmarktzinsen, einer schwächeren Weltwirtschaft und der nach wie vor spürbaren Folgen der großen Energiekrise wenig überraschend.
Das viel größere Problem sind die strukturellen Schwächen der größten Volkswirtschaft Europas. Die Konjunkturkrise legt gewissermaßen den Blick auf die strukturelle Wettbewerbsschwäche Deutschlands offen.
So liegt die deutsche Industrieproduktion noch immer fünf Prozent unter dem Niveau von 2019, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die energieintensive Chemieproduktion liegt sogar fast ein Viertel unter dem Niveau vor Ausbruch des Ukrainekriegs. „Die industrielle Rezession, seit Anfang 2018 in Gang, erstickt jede Hoffnung auf eine starke und nachhaltige Wende im Keim“, warnt IW-Chef Michael Hüther.