Erneuerbare Energien: Solarmodul-Preise sinken – Branche warnt vor Pleiten
Die europäischen Unternehmen sehen sich im Kampf gegen die chinesische Konkurrenz unter Druck.
Foto: IMAGO/Sylvio DittrichDüsseldorf. Die Warnung ist drastisch: „Wenn jetzt nichts passiert, ist das Risiko groß, dass europäische Solarproduzenten in den nächsten Monaten massive Probleme bekommen werden, manche sogar insolvent gehen“, heißt es in einem Brief europäischer Solarkonzerne an die Präsidenten des Europarlaments und der Europäischen Kommission vom Montag. Das Schreiben liegt dem Handelsblatt vor.
Unterzeichnet haben 40 Unternehmen aus ganz Europa. Darunter sind der Schweizer Solarzellenhersteller Meyer Burger, der eine Fertigung im sächsischen Freiberg betreibt, der deutsche Modulproduzent Heckert Solar und das Start-up Nexwafe.
Der Grund sind die rasant gesunkenen Preise für Photovoltaikmodule. Die sind innerhalb eines halben Jahres um mehr als 35 Prozent auf 15 Cent pro Watt gefallen. „Die gesamte europäische Solarindustrie wird seit einigen Monaten Opfer eines noch nie da gewesenen Preiskriegs“, sagt Meyer-Burger-Chef Gunter Erfurt.
Chinesische Anbieter verkauften ihre Module in Europa um bis zu 50 Prozent unter den Produktionskosten in China und damit deutlich unter denen europäischer Hersteller. Das Ziel, wieder eine europäische Solarindustrie aufzubauen, sei so nicht mal annähernd erreichbar, warnt Erfurt.