Immobilien: Megabauprojekt „Fürst“: Versicherer und Pensionskassen fürchten „Totalverlust“
„Fürst“ am Kurfürsten Damm: Hinter den Kulissen streiten sich die Investoren über die weitere Finanzierung des größten Bauvorhabens in der Hauptstadt.
Foto: Bloomberg, Imago (2), VBLDüsseldorf, Berlin. Michael Leinwand wollte alles anders machen. Seit er Vorstand der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) ist, arbeite er an einer „grundlegenden Neuausrichtung“ von Deutschlands größter Versorgungskasse, erklärte Leinwand im Juni 2022 in einem Interview. Auch bei der Anlagestrategie: „Der Trend geht auch bei uns zu höheren Risiken im Portfolio.“
Die VBL verwaltet Anlagen mit einem Marktwert von 50 Milliarden Euro. Sie investiert das Geld im Auftrag von Bund, Ländern und kommunalen Arbeitgebern, um die Renten ihrer fünf Millionen Versicherten zu finanzieren. Sicherheit, so heißt es im jüngsten Geschäftsbericht, sollte dabei „klar im Vordergrund“ stehen.
Doch stattdessen hat Leinwands Risikobereitschaft die VBL nun ins Zentrum eines Finanzdramas geführt. Es geht um die Finanzierung der Berliner Prestigebaustelle „Fürst“. Die VBL stieg dort Mitte 2021 ein – und ist zurzeit nach Handelsblatt-Informationen mit 200 Millionen Euro engagiert.
Hinter den Kulissen streiten sich die Investoren über die weitere Finanzierung des größten Bauvorhabens in der Hauptstadt. Auf dem Projekt des Luxemburger Immobilienkonzerns Aggregate lastet eine Milliarde Euro Schulden. Doch das geliehene Geld reicht nicht, um das „Fürst“ fertigzubauen.