Dienstleister: Apleona bereitet sich auf Verkauf vor
Apleona hat nach der Fusion mit Gegenbauer rund 40.000 Beschäftigte
Foto: dpaFrankfurt. Die aus dem Bilfinger-Konzern hervorgegangene Gebäudemanagementfirma Apleona bereitet sich auf einen Verkauf vor. Der Private-Equity-Eigentümer PAI hat die Bank of America und die Deutsche Bank als Berater für den Verkauf seines Mehrheitsanteils mandatiert, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Der Verkaufsprozess soll im ersten Halbjahr 2024 starten, bei einem Deal könnte Apleona mit rund vier Milliarden Euro bewertet werden, hieß es. PAI und die Banken lehnten Stellungnahmen ab.
Das Unternehmen hatte erst in diesem Jahr mit dem familiengeführten Wettbewerber Gegenbauer fusioniert, um seine Produktpalette und das Vertriebsgebiet zu erweitern. Die Gesellschafter um Werner Gegenbauer beteiligten sich dabei mit gut 20 Prozent.
Apleona bietet Wartungs- und Instandhaltungsdienstleitungen für Gebäudetechnik sowie Gebäudereinigung, Sicherheits-, Empfangs- und Botendienste an. Der Konzern mit 40.000 Beschäftigten in ganz Europa erzielt einen Jahresumsatz von rund 3,5 Milliarden Euro.
Finanzinvestor PAI hatte Apleona 2020 von der schwedischen Private-Equity-Gesellschaft EQT erworben. Die hatte den Dienstleister vier Jahre zuvor Bilfinger abgekauft, was deren Aktionären zu einer Sonderdividende verholfen hatte. Bilfinger hat sich über eine Serie von Zukäufen von einem Baukonzern zu einem Dienstleister gewandelt, viele Bereiche aber bereits wieder abgestoßen.
Als Kaufinteressenten gelten Konkurrenten und andere Investoren
Die Gegenbauer-Transaktion hat Apleona sowohl geografisch als auch in dem wichtigen Segment technischer Dienstleistungen gestärkt, also der Wartung von Heizungen, Klimaanlagen, Aufzügen, Rolltreppen und Sicherheitstechnik. Der Facility-Manager arbeitet unter anderem für Konzerne wie BMW, Volkswagen, Daimler, BASF, Adidas, Siemens und Lufthansa.
PAI gehört zu einer Reihe von Finanzinvestoren, die Portfoliounternehmen auf eine Trennung vorbereiten. Dabei hoffen sie, dass das Umfeld an den Finanzierungsmärkten bis zum kommenden Jahr wieder günstiger wird.
Gerade für milliardenschwere Transaktionen werden oft hohe Summen an Fremdkapital benötigt, das Banken derzeit angesichts des Zinsumfelds nur zu Konditionen anbieten, die für Private-Equity-Käufer uninteressant sind. Sollten die Zinsen sinken oder zumindest stabil bleiben, könnten sich die Bedingungen wieder bessern.
Zu weiteren Private-Equity-Exits, die in Vorbereitung sind, gehört unter anderem der geplante Verkauf des Generikaherstellers Stada und der Börsengang der Parfümeriekette Douglas.
Erstpublikation 11. Oktober 2023