Industrie- und Automobilzulieferer Stabilus: Stabilus-Übernahme in den USA kommt bei Aktionären gut an
Der Industriekonzern will sich weiter auf die Automatisierung konzentrieren.
Foto: dpaBerlin. Der Koblenzer Industrie- und Autozulieferer Stabilus kauft für 680 Millionen Dollar in den USA zu und will damit sein Geschäft mit Kunden außerhalb der Autoindustrie stärken. Der deutsche Spezialist für Federn und Dämpfer zahlt an den US-Konzern Dover Corp umgerechnet 640 Millionen Euro für Destaco, einen Hersteller von Greif- und Positionierungs-Systemen für die Produktionsautomatisierung.
Die Übernahme werde in bar und mit Krediten finanziert, sagte Vorstandschef Michael Büchsner am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Eine Kapitalerhöhung brauche Stabilus dafür nicht. Das kam an der Börse gut an: Die im Nebenwerteindex MDax notierte Stabilus-Aktie legte um sieben Prozent auf 56,20 Euro zu.
„Die Übernahme zahlt auf Megatrends in der Industrie wie den Fachkräftemangel und das Bestreben von Unternehmen, Produktion in die Industrieländer zurückzuverlagern, ein“, sagte Büchsner. Sie soll im ersten Quartal 2024 abgeschlossen sein. Die 650 Mitarbeiter und die Standorte – einer davon in Oberursel bei Frankfurt – würden übernommen, die Marke Destaco soll erhalten bleiben. Mit Destaco sinke der Anteil des Geschäfts mit der Autoindustrie bei Stabilus auf 54 von 63 Prozent, als Ziel hat sich der Vorstand 50 Prozent gesetzt.
Zudem soll die Übernahme dem Wachstum und der Rendite von Stabilus auf die Sprünge helfen. Destaco allein soll bis 2028 pro Jahr um neun Prozent wachsen, also von zuletzt 213 auf 360 Millionen Dollar Umsatz. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) soll zugleich von 20 auf 23 Prozent wachsen. Stabilus selbst erwartete für das beendete Geschäftsjahr 2022/23 (Ende September) ein Umsatzwachstum um rund zehn Prozent auf 1,2 Milliarden Euro und eine Marge von 13 Prozent. Daran habe sich auch nichts geändert, sagte Büchsner.
Zudem erhofft Stabilus sich von Destaco Umsatzsynergien von 50 Millionen Euro pro Jahr, Kostenvorteile von zehn Millionen Euro und Steuergutschriften von 50 Millionen Dollar. „Hier geht es nicht um Kostensenkungen“, betonte Büchsner.