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Israel-KriegWeb-Summit-CEO tritt nach Israel-Kritik zurück

Cosgrave zieht nach der Kontroverse um seine Israel-Kritik Konsequenzen. Zuvor hatten Israel und führende Tech-Unternehmen die Teilnahme am Web Summit abgesagt.Luisa Bomke 22.10.2023 - 00:04 Uhr Artikel anhören

Der irische Unternehmer tritt als Web-Summit-CEO ab. Der Ire hatte die Tech-Konferenz 2009 mitgegründet.

Foto: Bloomberg/Getty Images

Düsseldorf. Paddy Cosgrave ist am Samstag mit sofortiger Wirkung von seinem Posten als Web-Summit-CEO zurückgetreten. Damit hat Cosgrave persönliche Konsequenzen gezogen, nachdem zahlreiche namhafte Investoren, Unternehmen und das Land Israel ihre Teilnahme an Europas wichtigster Tech-Konferenz abgesagt hatten. Auslöser für den Rücktritt Cosgraves ist ein Posting des Web-Summit-CEOs in den sozialen Medien gewesen.

Auf der Kurznachrichtenplattform X hatte Cosgrave zunächst die Reaktion Israels auf den Terrorangriff der Hamas mit mehr als 1000 Todesopfern kritisiert, bevor er Israel beschuldigte, Kriegsverbrechen begangen zu haben. Am 13. Oktober schrieb Cosgrave: „Kriegsverbrechen sind Kriegsverbrechen, auch wenn sie von Verbündeten begangen werden“ und, dass „sie als das bezeichnet werden sollten, was sie sind“. In der vergangenen Woche wiederholte Cosgrave die Beschuldigung, dass Israel Kriegsverbrechen begangen habe.

Danach schlug er allerdings entschuldigende, aber auch verteidigende Töne für seine harte Israel-Kritik an. In seiner Rücktrittserklärung, die dem Handelsblatt vorliegt, teilt Cosgrave am Samstag nun mit: „Unglücklicherweise sind meine persönlichen Kommentare zu einer Ablenkung von der Veranstaltung, unserem Team, unseren Sponsoren, unseren Start-ups und den Teilnehmern geworden.“ Anschließend entschuldigt sich der Web-Summit-Gründer noch einmal „für jede Verletzung“, die er verursacht habe.

Die Nachrichten Cosgraves hatten weltweit für große Empörung in der Tech-Branche gesorgt, die eng mit der israelischen Tech-Szene verwoben ist.

Sogar Hauptsponsoren sagten Teilnahme an Web Summit ab

Einer der Ersten, die sich zu Cosgraves Nachrichten äußerte, war der israelische Botschafter in Portugal, Dor Shapira. Er hatte bereits am Montag angekündigt, dass sein Land aufgrund der „empörenden Äußerungen“ nicht mehr an der Web-Summit-Konferenz teilnehmen werde. Anschließend riefen Shapira und Ori Goshen, Gründer des führenden israelischen KI-Unternehmens AI21, unter dem Hashtag #cancelwebsummit zu einem Boykott der Konferenz auf.

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Branchengrößen wie Garry Tan, CEO des US-Gründerzentrums Y Combinator, Ravi Gupta, Partner beim Kapitalgeber Sequoia, Keith Peiris, CEO des KI-Start-ups Tome, Adam Singolda, Leiter des Werbeunternehmens Taboola, und David Marcus, CEO von Lightspark und ehemaliger CEO von Paypal, schlossen sich dem Boykottaufruf an. Branchenriesen wie Google, Meta, Accel und Stripe zogen nach. Mit Siemens und Intel sagten sogar zwei der Hauptsponsoren ihre Teilnahme ab.

Die von Cosgrave und seinen Mitgründern im Jahr 2009 gegründete Konferenz soll dieses Jahr jedoch trotz des Rücktritts wie geplant vom 13. bis 16. November in Lissabon stattfinden. Ein Nachfolger für den irischen Unternehmer werde so bald wie möglich ernannt. Das teilte ein Vertreter des Web Summit mit. Mit über 71.000 Teilnehmenden, 1000 Rednern und Rednerinnen sowie über 2000 Medienvertretern ist der Web Summit eines der wichtigsten Branchentreffen Europas.

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