Robotik: Streit und Betrugsvorwürfe: Vorzeige-Start-up Franka Emika versinkt im Chaos
Der frühere Franka-Emika-Chef Simon Haddadin ist vom Vorzeigeunternehmer zum Beschuldigten geworden.
Foto: Franka EmikaKöln. Deutsche Milliardenkonzerne waren Simon Haddadin als Vorbild nicht genug. Was denn aus seiner Firma einmal werden solle, fragte ein Reporter der „Süddeutschen Zeitung“ den Chef von Franka Emika im April 2019. Etwas wie Siemens vielleicht? Oder MAN? Haddadins Antwort: „Das Apple der Robotik.“
Am 25. August 2023 meldete Franka Emika beim Amtsgericht München Insolvenz an. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen Subventionsbetrug. Haddadin ist vom Vorzeigegründer zum Beschuldigten geworden.
Nach Informationen des Handelsblatts richtet sich der Verdacht nicht nur gegen den Firmenchef sondern auch gegen drei ehemalige Franka-Emika-Manager. Sie sollen Angestellte in der Coronazeit aufgefordert haben, gegenüber den Behörden falsche Arbeitszeiten anzugeben. Franka Emika kassierte auf diese Weise womöglich zu Unrecht Kurzarbeitergeld in Millionenhöhe.
Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft wollte sich auf Anfrage nicht zu den Ermittlungen äußern. Simon Haddadin wies die Vorwürfe als unbegründet zurück. Die anderen Beschuldigten reagierten nicht. Haddadin ist seit 2021 nicht mehr Geschäftsführer von Franka Emika.
Die Ursprünge seines Unternehmens liegen beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Dort arbeitete Sami Haddadin, Simons älterer Bruder, bis 2013 als Wissenschaftler im Zentrum für Robotik und Mechatronik. Sein Mentor war Professor Gerd Hirzinger, bekannt als „Vater der Robotik“.