Ukraine-Krieg: Russland schickt Tausende Soldaten in den „Fleischwolf“ von Awdijiwka
Ein ukrainischer Soldat in Awdijiwka, nahe Donezk.
Foto: APWien. Überraschen kann die ukrainischen Verteidiger von Awdijiwka kaum mehr etwas. Seit neun Jahren halten sie die Kleinstadt in unmittelbarer Nähe von Donezk gegen Russlands Angriffe. Vergangenes Jahr wäre es Moskau fast gelungen, den Ort einzukreisen. Seither stehen die Invasoren auf drei Seiten. Ein Durchbruch bleibt aus, weil hier einer der am stärksten befestigten Abschnitte der Ostfront verläuft.
Und doch erstaunt, mit welcher Energie die Russen seit drei Wochen erneut versuchen, eine Entscheidung im Kampf um die Stadt zu erzwingen. Bereits jetzt ist klar, dass der neuste Angriff auf Awdijiwka die größte Offensivoperation seit mindestens neun Monaten darstellt, vergleichbar nur mit dem Sturm auf Bachmut. Zum Preis von Zehntausenden Toten und Verletzten eroberte Moskau Ende Mai 2023 dort eine Stadt aus Ruinen, um die bis heute gekämpft wird.
Bestrebt, nach Monaten der Erfolglosigkeit endlich wieder eine Stadt einzunehmen, haben die Russen erhebliche Reserven in die Gegend um Awdijiwka verlegt. Das ukrainische Militär spricht von 40.000 Mann, die dort aktiv sind, das britische Verteidigungsministerium von bis zu acht Brigaden. Es ist aber äußerst schwierig, von den postierten Einheiten auf die eingesetzte Zahl von Soldaten zu schließen, da viele von ihnen aufgrund des verlustreichen Krieges deutlich unter ihrem Sollbestand kämpfen – auf beiden Seiten.