Interview mit Scott Farquhar: Warum der CEO von Atlassian nichts von Anwesenheitspflicht im Büro hält
Der 43-jährige Gründer des Softwarehauses Atlassian hat für sein Unternehmen ein „verwegenes Ziel“.
Foto: AtlassianKöln. Scott Farquhar auf Deutschlandbesuch: Der Chef des Softwarehauses Atlassian besucht seine Kunden, Audi, BMW, die Deutsche Bank. Der Unternehmensname dürfte nicht vielen ein Begriff sein, dafür aber seine Software: Atlassian mit Sitz in Australien entwickelt Anwendungen wie Jira, Confluence oder Trello, die in vielen Firmen in Projektentwicklung und Unternehmenssteuerung gebräuchlich sind.
Im Gespräch argumentiert der 43-Jährige vehement für das Homeoffice. Ansichten wie die von Wolfgang Grupp hält er für gestrig. Der Chef von Trigema hatte kürzlich gesagt: „Wenn einer zu Hause arbeiten kann, ist er unwichtig.“
Farquhar sagt, er habe in der Coronapandemie ausgezeichnete Erfahrungen mit dem Arbeiten von zu Hause gemacht, die Mitarbeiter seien produktiver, innovativer und zufriedener. Atlassian habe durch diese Flexibilität auch große Vorteile im Anwerben von Talenten. Auch die Anzahl der deutschen Mitarbeiter sei zuletzt stark gestiegen. Für Atlassian arbeiten weltweit mehr als 10.000 Menschen.
Das Homeoffice ist für Farquhar noch aus einem anderen Grund wichtig: Es gibt ihm mehr Zeit für seine Familie mit drei jungen Söhnen. „Ich kann fast jeden Tag mit ihnen zu Abend essen.“