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DaxHoffnungen auf eine zweite Rally steigen

Anleger sind plötzlich wieder voller Hoffnung, vieles deutet auf weiter steigende Kurse hin. Allerdings fehlt noch ein wichtiges Signal.Jürgen Röder 08.11.2023 - 10:29 Uhr Artikel anhören

Laut Sentimenttheorie ist die Anlegerstimmung ein Kontraindikator für die weitere Entwicklung an den Märkten.

Foto: dpa

Düsseldorf. Das Dax-Plus von knapp 3,5 Prozent in der vergangenen Woche war ein echter Befreiungsschlag und hat für den größten Stimmungsaufschwung seit November 2020 gesorgt. Das zeigen alle aktuellen Daten der Handelsblattumfrage Dax-Sentiment.

Nach Angst und Panik in der Vorwoche springt die Stimmung um 8,4 Prozentpunkte auf einen Wert von plus 2,3 Punkten oben. Die Verunsicherung der Vorwoche ist ebenfalls vollständig verschwunden, von minus 7,0 in der Vorwoche auf minus 0,1. Viele Anlegerinnen und Anleger hatten sich für steigende Kurse positioniert und fühlen sich nun bestätigt.

Die Rally könnte sich fortsetzen, denn die Zukunftserwartung bleibt mit einem Wert von plus 3,2 sehr positiv. Sentimentexperte Stephan Heibel, der die Umfrage auswertet, erläutert: „In der Vergangenheit haben Kurssprünge am Aktienmarkt häufig zu einem Rückgang im Optimismus der Anleger geführt. Das war ein Zeichen dafür, dass überwiegend kurzfristig orientierte Trader am Werk waren.“

Also lässt das anhaltend positive Stimmungsumfeld trotz des großen Kurssprungs auf eine Fortsetzung der angelaufenen Rally hoffen. Die wird unterstützt von der Investitionsbereitschaft, die ebenfalls mit einem Wert von plus 3,9 weiterhin extrem hoch bleibt. Anleger sind also bereit, weiteres Kapital in Aktien zu investieren.

Bei dem ähnlich großen Stimmungsumschwung vor drei Jahren verlor der ehemalige US-Präsident Donald Trump die Wiederwahl zum Präsidenten, und der erste Corona-Impfstoff wurde zugelassen. Damals folgte die zweite Welle der Dax-Rally nach dem Corona-Crash.

Hoffnung auf neue Dax-Rally

Die erste starte im März 2020 und bescherte dem Leitindex ein maximales Plus von rund 43 Prozent. Die zweite Welle, die im November 2020 begann, ließ den Leitindex bis Ende 2021 in der Spitze um weitere 38 Prozent nach oben klettern.

Ähnliche Wellenbewegungen lassen sich auch in diesem und im letzten Jahr beobachten. Die erste Rally-Phase lief somit nach dem 2022er-Crash von Oktober bis Mai. Aufgrund eines ähnlichen Stimmungsumschwungs wie im November 2020 könnte nun die zweite Welle starten.

Doch für Heibel lässt sich die Ausgangslage von 2020 nicht so einfach auf 2023 übertragen, denn in den USA sei die Stimmung eine ganz andere. „Und die USA geben dem Dax normalerweise vor, in welche Richtung er läuft."

Die US-Börsenindizes rutschten einige Tage später im Vergleich zum deutschen Leitindex und zogen erst am vergangenen Mittwoch kräftig an. Da waren die wöchentlichen US-Umfragen zur Anlegerstimmung bereits beendet, die Rally ist in den US-Sentimentdaten also noch nicht vollständig enthalten.

Im Gegenzug sind die Daten der Handelsblattumfrage, die erst am Freitag startet, aktueller und aussagekräftiger. „Wir sollten Mitte nächster Woche erneut auf die US-Sentimentdaten schauen, um die Interpretation zu überprüfen“, meint Heibel.

Sollten sich die Daten der Handelsblattumfrage als Vorboten eines Stimmungsumschwungs in den USA herausstellen, dann könnte dieser Aufschwung tatsächlich der Beginn der Jahresendrally sein.

Dax-Umfrage: Weitere Daten

Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln, ist auf 2,5 Prozent zurückgegangen. Ein niedriger Wert bedeutet weniger Call- gegenüber Put-Produkten in den Depots der Privatanleger. Offensichtlich haben einige frühzeitig die erzielten Spekulationsgewinne mitgenommen.

An der Frankfurter Terminbörse Eurex, über die sich institutionelle Anleger absichern, wird hingegen vermehrt mit Call-Optionen auf weiter steigende Kurse gesetzt. Das Put/Call-Verhältnis steht bei 1,1.

Das Put/Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE wiederum ist weiter gestiegen und zeigt die größte Put-Nachfrage seit einem Jahr an. In den USA sichern sich Anleger schon wieder ab.

US-Fondsmanager haben ihre extrem niedrige Investitionsquote von 25 Prozent in der Vorwoche auf 29 Prozent leicht angehoben. Große Summen sind nicht wirklich in den Markt geflossen.

Die Bulle/Bär-Differenz der US-Privatanleger ist auf minus 14 Prozentpunkte gesunken. Jeder zweite ist optimistisch gestimmt, 24 Prozent erwarten fallende Kurse. Der anhand technischer Marktdaten berechnete „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Märkte ist auf 41 Prozent leicht gestiegen und zeigt nur noch moderate Angst der Börsianer an.

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Sie wollen an der Umfrage teilnehmen? Dann lassen Sie sich automatisch über den Start der Sentimentumfrage informieren, und melden Sie sich für den Dax-Sentiment-Newsletter an. Die Umfrage startet jeden Freitagmorgen und endet Sonntagmittag.

Erstpublikation: 06.11.2023, 15:16 Uhr.

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