Populismus: Die AfD wird zum Standortrisiko
Mit ihren Positionen wird die AfD laut Wirtschaftsforschern zum Standortrisiko für Deutschland.
Foto: picture alliance, dpa [M]Düsseldorf, Berlin, Stuttgart. An einem Tag Ende September besuchen zwei Betriebsräte des Volkswagen-Werks in Zwickau die AfD-Fraktion im sächsischen Landtag. Lars Bochmann und Jörg Reichenbach sind Teil einer fünfköpfigen Gruppe, zu der auch ein weiterer VW-Kollege gehört. Auf einem Foto, das wenig später von ihrem Besuch öffentlich wird, prangt hinter ihnen eine blaue Plakatwand mit dem Logo der Alternative für Deutschland (AfD). Rechts von ihnen die Deutschlandflagge. Auf ihren T-Shirts das Wort „Zentrum“.
Man freue sich über die parlamentarische Unterstützung, heißt es unter dem Foto in einer Gruppe des Messengerdiensts Telegram. Gepostet wurde es von dem Verein Zentrum, der sich selbst als Gewerkschaft bezeichnet und als dessen Vertreter Bochmann und Reichenbach im sächsischen Landtag auftreten.
Der Verein ist bekannt für seine Mitglieder: Nicht wenige haben eine einschlägige Vergangenheit in der Neonaziszene. Bochmann und Reichenbach gehören über das „Bündnis freier Betriebsräte“ seit anderthalb Jahren zu den offiziellen Gewerkschaftsvertretern der Mitarbeitenden im Zwickauer VW-Werk.
Was die beiden rechten Betriebsräte sich vom Landtagsbesuch genau erhoffen, bleibt unklar. Eine Gesprächsanfrage des Handelsblatts lehnen alle Beteiligten ab. Doch vor Ort verfolgen die alternativen Betriebsräte die Rede des sächsischen AfD-Chefs Jörg Urban, der gegen eine „realitätsfeindliche Klimarettungspolitik“, „grüne Planwirtschaft“ und „industriepolitische Traumtänzerei“ wettert.