Siemens Healthineers: Neues MRT-Gerät für die Zahnmedizin
Siemens Healthineers entwickelt ein MRT-Gerät für die Zahnmedizin, das mit Magnetfeldern und Radiowellen präzise Bilder erzeugt.
Foto: Rolf Vennenbernd/dpaMünchen. Ein Zahnarzt braucht Röntgenbilder, um Zähne und Gewebe besser zu sehen. Doch Röntgenstrahlen sind schädlich. Siemens Healthineers hat jetzt eine Alternative entwickelt: ein MRT-Gerät für die Zahnmedizin, das statt mit Röntgenstrahlen mit Magnetfeldern und Radiowellen genaue Bilder erzeugt. Für die Patientinnen und Patienten ist das deutlich schonender. Am 12. Juni stellt das Medizintechnikunternehmen das neue Produkt vor.
Das neue MRT ist aber nicht nur schonender. Auf einem MRT-Bild erkennen Ärzte Entzündungen im Kiefergelenk früher als auf einem Röntgenbild, sagt die Neuroradiologin Monika Probst. Zahnärzte können damit auch überprüfen, ob eine Therapie anschlägt, um die Entzündung zu lindern.
Einzelne Angebote an Universitätskliniken
Die Vorteile liegen also auf der Hand, entsprechend viel und lang wird an MRT für die Zahnmedizin bereits geforscht. Eingesetzt wird die Technologie aber nur an einzelnen Universitätskliniken, die auch daran forschen, zum Beispiel in Freiburg und in Heidelberg. Monika Probst begründet die Zurückhaltung damit, dass Zahnmedizin und Radiologie kaum zusammenarbeiten.
Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Kieferchirurgen Florian Probst, bietet sie unter dem Namen Mradent spezielle MRT-Untersuchungen an. In ihre radiologischen Zentren kommen Schmerzpatienten, um sich eine Zweitmeinung einzuholen. Nicht nur Probst selbst, auch Zahnärzte und Chirurgen hätten großes Interesse an einem speziellen MRT-Gerät für die Zahnmedizin, sagt sie. Derzeit nutzt Probst normale MRT-Geräte von Siemens Healthineers und verbessert die Auflösung, indem sie dem Patienten eine Spirale des Herstellers Noras vor den Wangen anlegt. Die Spirale verkürzt die Aufnahmezeit und verbessert die Bildqualität.