Offener Brief der Schlecker-Kinder: „Vom Sportwagen bis zur schönen Uhr hat er alles abgeben müssen“
Lars und Meike Schlecker in Ehingen vor der Unternehmenszentrale der Schlecker-Drogeriemärkte.
Foto: dpaDüsseldorf. Die Kinder des insolventen Drogeriemarktgründers Anton Schlecker, Meike und Lars, wehren sich gegen den Vorwurf, weiter über ein Millionenvermögen zu verfügen. Die Geschwister wandten sich in einer persönlichen Mitteilung an die Öffentlichkeit. In dem Statement geht es vor allem um die Vermögensverhältnisse der Schleckers.
„Unser Vater, Anton Schlecker, und die Anton Schlecker e.K. sind berechtigterweise in die Insolvenz gegangen“, heißt es in der Mitteilung. „Er selbst besitzt kein Vermögen mehr. Vom Sportwagen bis zur schönen Uhr hat er alles als Teil der Insolvenzmasse abgeben müssen.“
Da Anton Schlecker mit seiner Ehefrau jedoch eine Gütertrennung vereinbart habe und sowohl Meike als auch Lars Schlecker über eigenes Vermögen verfügten, sei in der Familie noch Geld vorhanden. Eine Sippenhaft gebe es im deutschen Recht nicht, betonen Meike und Lars Schlecker. „Wir helfen unserem Vater und werden ihn selbstverständlich auch in dieser Situation nicht im Stich zu lassen“, schreiben die Schlecker Kinder weiter.
Konkrete Zahlen nennen Meike und Lars Schlecker dabei nicht. „Wir werden jedoch nicht tiefer unser Vermögen in den Medien offenlegen, da dies immer noch unsere Privatsache ist.“ Verloren sei aber die private Einlage bei Schlecker von jeweils 49 Millionen Euro sowie 64 Millionen, die bei der Pleite der Schlecker-Dienstleistungsgesellschaft verloren gegangenen seien.
Recherchen des Handelsblatts hatten Anfang Juni ergeben, dass die Familie noch über ein Privatvermögen von 35 bis 40 Millionen Euro verfügt. Die Millionen der Schleckers seien zum größten Teil im Besitz der Kinder, bestätigten Ex-Schlecker-Manager dem Handelsblatt. Die Villa der Familie gehöre der Ehefrau Anton Schleckers, der in der Insolvenz mit seinem Privatvermögen haftet. Der Firmenchef galt früher als Milliardär.
Mit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz kooperiere man genauso wie Vater Anton „selbstverständlich offen und transparent“, heißt es jetzt von Meike und Lars Schlecker. Sollte es Vermögensübertragungen gegeben haben, die im Sinne des Insolvenzrechtes rückübertragen werden müssten, so werde dies diskutiert und gegebenenfalls zurücküberwiesen.
Die Schlecker-Kinder geben sich von der Insolvenz hart getroffen. „Es ist ein Schock, eine Tragödie und ein Desaster.“ Man liege oft wach und grübele. Das Lebenswerk der Eltern sei zerbrochen. Die Drogeriekette „war für uns alle Lebensinhalt - und da ist jetzt erst einmal ein großes Nichts“.
Meike und Lars Schlecker betonen in ihrer Mitteilung auch ihre Dankbarkeit an die Mitarbeiter. „Wir wollen nicht jammern und es sind die vielen ehemaligen Schlecker-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, denen unser Dank für die vergangenen Jahre und unser Mitgefühl in dieser schwierigen Phase gehört.“
Den Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz treffe aber keine Schuld. „Aus unserer Sicht hat der Insolvenzverwalter sehr engagiert gekämpft“, schreiben die Schlecker-Kinder. Man sei der festen Überzeugung, dass eine „Transfergesellschaft ein sehr guter Ansatz gewesen wäre“. Die Verhandlungen seien wegen der nicht signifikant zu senkenden Personalkosten gescheitert.