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Auktionen bei Bassenge Neue Kunden für Alte Meister

Das Berliner Auktionshaus erhöht seinen Halbjahresumsatz auf knapp 7 Millionen Euro. Engagierte Privatsammler machen die Zurückhaltung des Handels wett.
08.07.2021 - 10:01 Uhr Kommentieren
Das Rötel-Bildnis seiner jüngsten Tochter Henriette kam mit 34.400 Euro auf einen Überraschungspreis, weil es eines der subtilen Familiendokumente des Berliner Malers und Grafikers ist (Ausschnitt). Quelle: Bassenge
Daniel Chodowiecki

Das Rötel-Bildnis seiner jüngsten Tochter Henriette kam mit 34.400 Euro auf einen Überraschungspreis, weil es eines der subtilen Familiendokumente des Berliner Malers und Grafikers ist (Ausschnitt).

(Foto: Bassenge)

Berlin Großes Interesse in der Breite und viele Auktions-Neulinge“ registrierte David Bassenge in den Frühjahrsauktionen seines Berliner Hauses. Inklusive der Buchauktionen wurden knapp 7 Millionen Euro umgesetzt, was deutlich über dem Frühjahrsergebnis des letzten Jahres liegt.

73 Prozent der ausgebotenen Lose wurden abgesetzt. Herausragend war die Kauflust der Berliner Sammler, aber auch aus den USA kamen mehr Gebote als sonst. Die Zurückhaltung des Handels wurde in allen Bereichen durch aktive Sammler wettgemacht. Es gab einen stärkeren Einsatz von Online-Bietern als in den letzten Auktionen.

Im Bereich der Druckgrafik des 15. bis 19. Jahrhunderts - dem konkurrenzlosen Spezialgebiet des Hauses - waren es wie immer die Marktsäulen Dürer und Rembrandt, die fast lückenlos abgesetzt wurden.

Schon davor wurden Blätter des Kleinmeisters Hans Sebald Beham mit hohen Geboten bis 4428 Euro bedacht, die die Folge der „Sieben Freien Künste“ erzielte (wie alle Preise brutto). Ein amerikanischer Sammler sicherte sich für 13.530 Euro einen mit nur 3000 Euro geschätzten, markanten Abzug von Jacques Callots Radierung „Die Versuchung des hl. Antonius“.

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    Bei den hochpreisigen Hauptblättern der Versteigerung engagierten sich Privatsammler. In die USA gehen für 56.580 der Kupferstich „Das Meerwunder“, und für 98.400 Euro ein nicht ganz lupenrein erhaltenes frühes Exemplar der „Melancholie“. Der sogenannte „Verzweifelnde“, eine rätselhafte Darstellung der Temperamente, wanderte für den dreifachen Schätzpreis zu 36.900 Euro in den deutschen Handel.

    Die Ansicht der Bucht von Genua mit der Mündung des Bolcevera erzielte 34.440 Euro (Ausschnitt). Quelle: Bassenge
    Carl Rottmann

    Die Ansicht der Bucht von Genua mit der Mündung des Bolcevera erzielte 34.440 Euro (Ausschnitt).

    (Foto: Bassenge)

    Auch bei Rembrandt zeigten sich die Amerikaner stark; doch das teuerste Blatt der Sitzung, die um 1640 entstandene Ansicht von Amsterdam, übernahm ein Berliner Sammler für 20.295 Euro. Die Radierung „Rembrandts Mutter mit schwarzem Schleier“ stieg von 4500 auf 11.070 Euro.

    Durch die Bank erfolgreich verlief auch das Ausgebot der Radierungen von Giovanni Battista Piranesi bis zu den von einem belgischen Sammler für einen Frühdruck aus den „Carceri“ gebotenen 13.530 Euro. Beim 19. Jahrhundert waren es die Lose von Max Klinger, die wiederum amerikanische Bieter auf den Plan riefen.

    In der Gemälde-Auktion wurde ein von Kerzen beleuchtetes Stillleben mit Steinzeug und Maronen von Gottfried von Wedig für 322.100 Euro gegen internationale Konkurrenz zum mehr als Fünffachen der Taxe dem Frankfurter Städel zugeschlagen.

    Ein Berliner Sammler sicherte sich für 24.600 Euro eine mit aller Vorsicht Jan van Goyen zugeschriebene Dünenlandschaft. Über ihre Authentizität bestehen nur geringe Zweifel. 41. 820 Euro investierte ein weiterer Berliner Sammler in das stimmungsvolle Ölbild „Mühlental bei Amalfi“ des Dresdners Carl Hummel.

    Auch bei den Handzeichnungen engagierte sich ein Berliner Sammler, als die Blätter von Adolph von Menzel unter den Hammer kamen. Er ersteigerte für 39.360 Euro das 1899 datierte, geradezu malerisch in Zimmermannsbleistift ausgeführte Bildnis einer Frau mit schwarzem Schleier und für 41.820 Euro die acht Jahre früher entstandene „Dame mit Theaterglas“.

    Schon vorher hatte Daniel Chodowieckis Rötel-Bildnis seiner jüngsten Tochter Henriette mit 34.400 Euro einen Überraschungspreis erzielt, weil es eines der subtilen Familiendokumente des Berliner Malers und Grafikers ist.

    Auch in der Moderne-Abteilung gab es starke Gebote. So stieg das Kollwitz-Relief „Klage“, ein Selbstbildnis zum Gedenken an Ernst Barlach in einem postumen Guss, auf 66.420 Euro. Edvard Munchs Farbholzschnitt „Mondschein II“ erreichte mit 86.100 Euro seinen Schätzpreis und die frühe Tuschzeichnung „Vaudeville“ von George Grosz wandert für 46.740 Euro in den österreichischen Handel.

    Ein Berliner Sammler ließ sich das ebenso expressive wie intime Aquarell „Liegende“ von Otto Dix für 46.740 Euro zum Doppelten der Taxe zuschlagen. Auf seine Privatsammler kann sich David Bassenge eben verlassen.

    Mehr: Auktionen bei Bassenge: Gebote auf Handzeichnungen treiben den Umsatz

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