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Kunstauktion in Köln 4,3 Millionen Euro für eine museale Rarität

Ausnahmepreis für ein Nachtbild aus der Sammlung Bischoff bei Lempertz - Ein Museum entscheidet das Bietgefecht um Georges de la Tour.
09.12.2020 - 12:03 Uhr Kommentieren
Mit Aufgeld bezahlte der Käufer 4.34 Millionen Euro. Ein Rekordpreis für den französischen Maler, der von 1593 bis 1652 lebte (Ausschnitt). Quelle: Lempertz
Georges de la Tour „Mädchen, das in ein Kohlebecken bläst“

Mit Aufgeld bezahlte der Käufer 4.34 Millionen Euro. Ein Rekordpreis für den französischen Maler, der von 1593 bis 1652 lebte (Ausschnitt).

(Foto: Lempertz)

Köln 4.340.000 Euro bezahlte ein Käufer mit Aufgeld für ein Altmeistergemälde von Georges de la Tour Dienstagabend bei Lempertz in Köln. Das ist nicht nur ein Sensationspreis, sondern auch ein Weltrekord für den französischen Maler, der von 1593 bis 1652 lebte. Denn in Deutschland werden Kunstwerke nur in Ausnahmefällen über der Millionengrenze zugeschlagen.

Doch bei dem Kleinformat „Mädchen, das in ein Kohlebecken bläst“ war alles anders. Das Gesamtoeuvre des Lothringers, der berühmt ist für seine Nachtbilder, ist mit 48 Werken sehr klein. Das Exemplar aus der angesehenen Sammlung des Luftfahrtunternehmers Hinrich Bischoff ist signiert. Es war wohl das letzte Werk, das in privater Hand verblieben war und dabei von musealer Qualität.

Der spätere Gründer der Fluglinie Germania hatte das Gemälde 1975 bei Christie’s für 17.850 Pfund erworben. Bischoff war Jurist, SPD-Mitglied und auch Kunstsachverständiger. Er hinterließ bei seinem Tod 2005 ein geschätztes Vermögen von 400 bis 500 Millionen Euro.

Georges de la Tours Meisterschaft liegt darin, das gesamte Bild mit dem „Mädchen, das in ein Kohlebecken bläst“ ausschließlich aus einer Lichtquelle aufzubauen. Solche Nachtbilder samt raffinierter Beleuchtung hatte sich der Maler bei dem italienischen Malerstar Caravaggio abgeschaut.

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    Gesicht und Oberkörper des Mädchens sind sanft von der Glut gerötet, der Widerschein der Kohle verliert sich sukzessive im Raum. Den bisherigen Weltrekord hatte Sotheby’s 2008 mit 3,2 Millionen Dollar eingefahren. Das Ausnahmewerk war auf 3 bis 4 Millionen Euro geschätzt worden.

    Ein Museum erhält den Zuschlag

    In einem fünfminütigen Bietgefecht beteiligten sich drei Bieter, darunter zwei ausländische Museen. Den Sieg trug beim Hammerpreis von 3,6 Millionen Euro (Zuschlag ohne Aufgeld) ein Museum davon, das ungenannt bleiben möchte. „So etwas Teures habe ich noch nicht verkauft,“ entfuhr es Auktionator Henrik Hanstein nach dem Zuschlag. Der Siebzigjährige kann auf rund 50 Jahre Erfahrung zurückblicken, denn er hatte das Familienunternehmen jung übernommen.

    Ein ausführlicher Nachbericht über die gesamte Auktionsserie bei Lempertz folgt am Freitag auf den Kunstmarktseiten im Handelsblatt.

    Mehr: Sonderauktion mit Altmeistern: In Köln kommen Werke aus der Sammlung Bischoff unter den Hammer

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