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Houseparty Warum diese Videochat-App derzeit Skype und WhatsApp den Rang abläuft

Das Coronavirus zwingt Menschen weltweit in die Isolation. Eine App für Gruppenchats verspricht Abhilfe – und erobert deshalb nun die Download-Charts.
27.03.2020 - 11:15 Uhr Kommentieren
Corona: Videochat-App Houseparty läuft WhatsApp & Skype den Rang ab Quelle: Houseparty/Life on Air
Houseparty im Einsatz

Die App erlaubt Gruppenchats mit bis zu acht Personen.

(Foto: Houseparty/Life on Air)

Düsseldorf In Deutschland gilt ein bundesweites Kontaktverbot, in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien gibt es weitreichende Ausgangssperren, ebenso in vielen Bundesstaaten der USA. Das Coronavirus zwingt die Menschen weltweit, sich aus dem Weg zu gehen. Gerade Alleinlebende und extrovertierte Menschen leiden unter der Situation.

Kein Wunder also, dass Smartphone-Nutzer in Zeiten der Coronakrise vor allem nach einem suchen: nach neuen Möglichkeiten, mit Freunden und Bekannten in Kontakt zu treten.

Seit Anfang März explodieren die Downloadzahlen in Apples App Store. Neben Bildungs- und Business-Apps sind dafür vor allem Anwendungen aus der Kategorie „Social Networking“ verantwortlich, wie Daten des Analyse-Diensts Appfigures zeigen.

Auch unter den am häufigsten heruntergeladenen Apps in Googles Play Store finden sich derzeit viele Kontakt- und Chat-Apps. Noch vor Skype und WhatsApp in der Rangliste: Houseparty – eine Anwendung, die vor der Coronakrise vermutlich die wenigsten auf dem Schirm hatten und nun plötzlich in aller Munde ist.

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    Houseparty, in Deutschland derzeit hinter dem frisch gestarteten Streamingdienst Disney+ auf Platz zwei in beiden führenden App Stores, versteht sich als „Face to Face Social Network“. Die Videochat-App ist für iOS und Android verfügbar und kann über Googles Webbrowser Chrome auch am PC genutzt verwenden.

    Sie funktioniert zunächst ähnlich wie ihre namhaftere Konkurrenz: Ihr Startbildschirm listet die eigenen Kontakte auf. Sind Freunde online, können Nutzer sie über ein Chatfenster kontaktieren, anrufen oder einen Videocall starten.

    Freundeskreise vermischen sich

    Was Houseparty eigen macht, zeigt sich, sobald ein Gespräch mit einem befreundeten Nutzer begonnen hat. Auch anderen Freunden wird dieses nun nämlich als virtueller „Raum“ in der App angezeigt. Wer möchte, kann der Konversation beitreten – und öffnet den Chatraum damit wiederum für die eigene Freundesliste.

    So entstehen in kurzer Zeit bunteste Gesprächsrunden, in denen sich die Freundeskreise der Teilnehmer vermischen. Die App funktioniert also tatsächlich ähnlich wie eine Hausparty in der nicht-virtuellen Welt.

    Neben dem bloßen Austausch mit Freunden und Freunden von Freunden bietet Houseparty auch die Möglichkeit, gemeinsam zu spielen. Zur Auswahl stehen der Partyklassiker „Wer bin ich?“, ein nach dem Montagsmaler-Prinzip funktionierendes Zeichenspiel, ein Kartenspiel und ein Trivia-Quiz, das mit Fragepaketen erweitert werden kann.

    Bis zu acht Nutzer gleichzeitig erlaubt Houseparty in einem Chatraum. Wer mehr Privatsphäre wünscht, kann seinen Raum aber auch schon vorher für andere Nutzer sperren.

    Auch wenn viele Smartphone-Nutzer die App erst in diesen Tagen für sich entdecken: Neu ist Houseparty nicht. Bereits 2016 wurde die Anwendung, die das US-Softwareunternehmen Life on Air entwickelt hat, in Apples App Store veröffentlicht. Schon damals löste sie einen kleinen Hype aus – vor allem bei Jugendlichen und College-Studenten in den USA.

    Ein Jahr später, das berichtet die New York Times, verhandelten die Entwickler offenbar mit Facebook über eine mögliche Übernahme. Stattdessen wurde Houseparty im Juni 2019 Teil des US-Softwareherstellers Epic Games, der vor allem als Entwickler des beliebten Online-Videospiels Fortnite bekannt ist.

    Der Hype ist stärker denn je

    Zum Zeitpunkt der Übernahme hatte die App laut Schätzungen, die das US-Magazin The Verge zitiert, etwa 35 Millionen Nutzer – einen Großteil davon in den USA. Allerdings befanden sich die Downloadzahlen auf dem Abschwung, waren von 3,7 Millionen Downloads im ersten Quartal 2018 auf nur noch 2,3 Millionen im ersten Quartal 2019 gesunken.

    Nun, da der Hype um Houseparty zurück und stärker denn je ist, braucht es für solche Zahlen plötzlich nicht mehr ein Quartal, sondern nur noch eine Woche. Zwei Millionen Mal soll die Chat-App in der vergangenen Woche weltweit heruntergeladen worden sein, berichtet die Financial Times. In dieser Woche werden die Download-Zahlen voraussichtlich noch einmal nach oben gehen. Am Donnerstag stand Houseparty in vier Ländern auf Rang eins in den App Stores, in 18 weiteren mindestens auf Rang drei.

    Eines trübt die weltweite Euphorie dann aber doch etwas: Houseparty verlangt Zugriff auf eine Vielzahl persönlicher Daten, die laut Datenschutzerklärung für „geschäftliche Zwecke“ mit Dritten geteilt werden können. Lediglich die Ortung des eigenen Handys lässt sich direkt über die App-Einstellungen deaktivieren. Wer von der Nutzung seiner Daten komplett zurückzutreten möchte, muss sich per E-Mail an die Betreiber wenden.

    Ein Experte für Cybersecurity, den Forbes zu der Problematik befragt hat, stuft die Nutzung von Houseparty aber dennoch als unbedenklich ein. Zudem hat das Unternehmen in dieser Woche gegenüber der Financial Times beteuert, Nutzerdaten nicht zu Werbezwecken an Dritte zu verkaufen.

    Mehr: Heimarbeit wegen Coronavirus: Das sind die wichtigsten Tools fürs Homeoffice

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