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Kolumne: Zeit ist Geld Neue Uhren für den Herbst 2020

Uhrenexperte Gisbert L. Brunner stellt weitere interessante Überraschungen der Geneva Watch Days vor – nicht nur ein Modell, das mit Blitz und Donner spielt.
18.09.2020 - 14:57 Uhr Kommentieren
Die vier verschiedenen Farben des neuen Bucherer-Modells stehen für die Jahreszeiten. (Foto: Carl F. Bucherer)
Patravi TravelTec Color Edition Four Seasons

Die vier verschiedenen Farben des neuen Bucherer-Modells stehen für die Jahreszeiten.

(Foto: Carl F. Bucherer)

Wer im deutschsprachigen Raum nach einem echten Experten für Uhren sucht, kommt an Gisbert L. Brunner nicht vorbei. Der mittlerweile pensionierte bayerische Beamte hat Hunderte von kostbaren Zeitmessern gesammelt, aber auch Dutzende von Büchern über die unterschiedlichsten Marken geschrieben.

Im zehnten Teil seiner Kolumne „Zeit ist Geld“ stellt Brunner weitere Innovationen vor, die jüngst auf der neuen Fachmesse Geneva Watch Days zu bestaunen waren.

Herr Brunner, derzeit suchen alle großen und kleinen Uhrenmarken nach Möglichkeiten, ihre Neuheiten zu präsentieren. Die frisch lancierten Geneva Watch Days wurden immerhin von 17 Unternehmen als erste Nach-Corona-Bühne genutzt. Was fiel Ihnen auf?
Bis 1975 reicht die Geschichte der Laureato aus dem Hause Girard-Perregaux zurück. Diese sportlich-elegante Armbanduhr hatte sich die drei Jahre zuvor lancierte Royal Oak von Audemars Piguet zum Vorbild genommen. Der italienische Name Laureato leitete sich ab von dem 1967 vorgestellten Kultfilm „Die Reifeprüfung“ mit Dustin Hoffman und Anne Bancroft.

Im Laufe der Jahrzehnte unterzog die altehrwürdige Manufaktur diesem Uhrenmodell mehrere Überarbeitungen. 2005 erhielt sie beispielsweise eine sanftere und dadurch manschettenfreundlichere Linienführung. Die neueste Infinity Edition war auch während der Geneva Watch Days zu sehen. Verfügbar ist sie stets mit Onyx-Zifferblatt und je nach Geschmack mit 42 oder 38 Millimeter Gehäusedurchmesser. Von erstgenanntem Stahlmodell wird es 188 Exemplare geben.

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    88 Stück stehen von der kleineren Damenvariante aus dem gleichen Gehäuse- und Bandmaterial zur Verfügung. Hier huldigen 56 Diamanten mit zusammen 0,9 Karat ihren künftigen Trägerinnen. Durch den Sichtboden der bis zehn Bar wasserdichten Schale zeigt sich das knapp vier Millimeter flache Automatikkaliber GP 1800 mit vier Hertz Unruhfrequenz und 54 Stunden Gangautonomie. Es entstammt eigener Manufaktur.

    Verfügbar ist sie stets mit Onyx-Zifferblatt und mit 42 oder 38 Millimetern Gehäusedurchmesser. (Foto: Girard-Perregaux)
    Girard-Perregaux Laureato

    Verfügbar ist sie stets mit Onyx-Zifferblatt und mit 42 oder 38 Millimetern Gehäusedurchmesser.

    (Foto: Girard-Perregaux)

    Die Tatsache, dass es beide Zeitmesser vorerst nur bei Wempe gibt, ist der Scheidung des deutschen Juweliers und seinem langjährigen Geschäftspartner Audemars Piguet zu verdanken.

    Apropos Juweliere: Was hatte denn die umtriebige Schweizer Wempe-Konkurrenz von Bucherer in Genf zu bieten, die ähnlich wie Wempe ja nicht nur die Uhren anderer Marken verkauft, sondern auch eigene Fabrikate, in diesem Fall unter der Marke Carl F. Bucherer?
    Carl F. Bucherer setzt voll auf Mechanik und das schon 2005 vorgestellte Automatikkaliber CFB 1901.1. Neben dem Chronografen besitzt der auf dem bewährten Eta 2894-A2 basierende Mikrokosmos auch eine durchdachte Funktion zur simultanen Darstellung mehrerer Zonenzeiten.

    Natürlich besitzt die Patravi TravelTec Color Edition Four Seasons einen Zwölf-Stunden-Zeiger, der sich beim Überqueren von Zeitzonen-Grenzen per Krone beliebig vor- oder rückwärts verstellen lässt. Dabei folgt das Fensterdatum auf dem Fuße. Für die Heimat- oder Referenzzeit ist ein zusätzlicher 24-Stunden-Zeiger zuständig. Zusammen mit einer 24-Stunden-Skala auf dem Höhenring des Zifferblatts lässt er überall wissen, ob man zu Hause arbeitet oder schläft.

    Gisbert L. Brunner ist Experte für kostbare Uhren. Quelle: Privat, Patek Phillippe
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    Gisbert L. Brunner ist Experte für kostbare Uhren.

    (Foto: Privat, Patek Phillippe)

    Mithilfe einer drehbaren 24-Stunden-Skala stellt dieser Bolide auch noch eine dritte Zonenzeit dar. Neugierige Blicke auf diese Mechanik gestattet ein Fenster in der linken Gehäuseflanke. Vier verschiedene Farben repräsentieren die Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die Ganggenauigkeit des Uhrwerks im 46,6 Millimeter großen, 15,5 Millimeter hohen und bis zu fünf Bar wasserdichten Edelstahlgehäuse bestätigt ein offizielles Chronometerzertifikat.

    Was fanden Sie sonst noch spannend?
    Seit dem Jahr 2000 gehören Maurice Lacroix und das Modell Pontos untrennbar zusammen. Zum 20. Geburtstag erweitert die Manufaktur diese Uhrenlinie nun gleich um mehrere Neuheiten. Und alle waren während der Geneva Watch Days zu sehen. In limitierter Edition ist ein vorwiegend schwarzer Monopusher Chronograf zu haben. Konkret entstehen 500 Exemplare mit PVD-beschichtetem Stahlgehäuse.

    Neben Ziffern und Index in Weiß heben sich Skalen für Tachy- und Telemeter vom schwarzen Zifferblatt ab. Ersteres eignet sich zum unkomplizierten Ermitteln von Durchschnittsgeschwindigkeiten über einen Kilometer hinweg. Mit dem Telemeter kann man zum Beispiel die Entfernung eines Gewitters feststellen. Dazu startet man den Chronografen beim Aufleuchten des Blitzes. Wenn der Donner grollt, wird der Stopper angehalten. Der Zeiger weist nun auf den entsprechenden Wert.

    Das sowie die Anzeiger der Stunden, Minuten und Sekunden bewerkstelligt das Automatikkaliber ML166. Beim Blick durch den Sichtboden stellen Kenner fest, dass die Konstruktion dieses Uhrwerks mit vier Hertz Unruhfrequenz und Kulissenschaltung auf dem altbewährten Valjoux 7750 beruht.

    Eine thermische Kompensation des Oszillators sorgt für überragende Ganggenauigkeit. (Foto: Breitling)
    Breitling Endurance Pro Collection

    Eine thermische Kompensation des Oszillators sorgt für überragende Ganggenauigkeit.

    (Foto: Breitling)

    Und was präsentierte in Genf der umtriebige Breitling-Chef Georges Kern, der Messen doch eigentlich eh schon für Events von gestern erklärte?
    Im Gehäuse der neuen Breitling Endurance Pro findet sich ein Quarzwerk, bei dem eine thermische Kompensation des Oszillators für überragende Ganggenauigkeit sorgt. Konkret übersteigt die Präzision das Level konventioneller Zeit-Elektronik um den Faktor zehn. Vor dem Einbau in die leichte und hochbelastbare Schale muss das Kaliber 82 seine Gangleistungen bei der Prüfbehörde COSC unter Beweis stellen.

    Fürs Gehäuse verwendet Breitling den exklusiven, 2016 lancierten Werkstoff Breitlight. Der ist 3,3-mal leichter als Titan und 5,8-mal leichter als Stahl, amagnetisch und antiallergisch. Wie sich die Legierung zusammensetzt, verrät das Unternehmen nicht. Aber wenn man zwei Breitlight-Stücke gegeneinanderschlägt, klingt es wie Metall. Auf jeden Fall hält das Material einiges aus. Alles, was Kratzer provoziert, hat es hier ausgesprochen schwer. Ebenso wie Rost. Und Wasser bleibt bis zehn Bar Druck außen vor.

    Je nach Nutzung des Zehntelsekunden-Chronografen mit 30-Minuten-Totalisator hält die Batterie drei bis vier Jahre. Auf dem Ziffernblatt findet sich eine praktische Pulsometerskala. Wer wissen möchte, wie es um den eigenen Herzschlag steht, muss nach dem Starten des Stoppers nur 30 Pulsschläge zählen. Nach dem Anhalten weist der Zeiger auf die Frequenz pro Minute. Breitling liefert dieses sportliche Modell mit Kautschukband. Nato-Bänder aus einem ökologischen Garn lassen sich separat erwerben.

    Mehr: Lesen Sie hier Folge neun der Kolumne: Was diesen Herbst neu ist auf dem Uhren-Markt

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