Salzburger Festspiele: „Das Beste vom Besten aus Oper, Theater und Konzert auf die Bühnen bringen“
Frau Hammer, die Salzburger Festspiele sind seit 104 Jahren ein Kulturereignis. In diesem Jahr haben Sie in Ihrer Eröffnungsrede viel von Frieden, Freiheit und Demokratie geredet und von „nationalistischen Verschiebungen“. Spielt Politik, bei allem Singen und Musizieren, eine größere Rolle als früher?
Die gesamte Welt ist derzeit ausgesprochen politisch. Das hat Rückwirkungen. Die Salzburger Festspiele waren aber immer schon ein Friedensprojekt. Zwei Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs wollten die Gründungsväter Hugo von Hofmannsthal, Max Reinhardt und Richard Strauss hier Europas Kulturhauptstadt jenseits aller Rechthaberei schaffen. Auf den Bühnen sollte alles offen diskutiert werden, in einer Oase der Menschlichkeit.
Diese Grundidee wird jetzt – angesichts neuer Kriege und eines expansiven Rechtsextremismus – wieder sichtbarer?
Die Salzburger Festspiele sollen, so war das immer gedacht, das Beste vom Besten aus Oper, Theater und Konzert auf die Bühnen bringen – mit Künstlern egal welcher Religion, Nationalität und Identität. Dieser Anspruch sollte auch fürs Publikum gelten. Das ist das Herz der Veranstaltung.