Deutscher Wirtschaftsbuchpreis 2022: Preisträger Qiufan Chen: „Wie hell oder düster unsere Zukunft aussehen wird, hängt vor allem vom menschlichen Einfluss ab“
„Wir müssen aktiv dafür sorgen, dass es nicht die negative Seite dieser Technologie ist, die zutage tritt“, sagte der Autor.
Foto: Markus Kirchgessner für HandelsblattFrankfurt. Die Jury des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises hat entschieden: „KI 2041 – Zehn Zukunftsvisionen“ von Kai-Fu Lee und Qiufan Chen, erschienen im Campus Verlag, ist das beste Wirtschaftsbuch des Jahres. Am Freitagabend wurde der Preis im Rahmen der Frankfurter Buchmesse bei einer feierlichen Gala überreicht. Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro.
Die Auszeichnung sei „eine großartige Ermutigung“, freute sich Co-Preisträger Qiufan Chen, der per Videochat zugeschaltet war. Der chinesische Autor stand im Moment der Verkündung im Regen in einer „kleinen Stadt in der Schweiz“. In seine Heimat zurückzukehren sei derzeit schwierig, sagte Chen – aufgrund dessen, „was gerade in der Welt passiert“. KI-Experte Kai-Fu Lee hält sich derzeit außerhalb Europas auf und konnte daher nicht an der Gala teilnehmen.
Mit Jurypräsident Hans-Jürgen Jakobs sprach Chen während der Preisverleihung über seinen Karriereweg vom Google-Mitarbeiter zum Science-Fiction-Autor, die herausfordernde Arbeit am gemeinsamen Buchprojekt mit Kai-Fu Lee und seine persönlichen Prognosen dazu, wie Künstliche Intelligenz unsere Welt in den nächsten Jahren verändern wird. „Für mich ist klar: Wie hell oder düster unsere Zukunft aussehen wird, hängt vor allem vom menschlichen Einfluss ab“, sagte Chen. Künstliche Intelligenz sei letztlich „nur eine Erweiterung unseres Selbst“.