Immobilien: Hohe Preise, keine günstigen Zinsen – Wo ein Kauf noch lohnt
- Es gibt laut Experten gute Gründe, gerade jetzt eine Wohnimmobilie zu kaufen: Die Mieten steigen stark, die Kaufpreise ziehen in vielen Regionen wieder an. Und wer auf niedrigere Bauzinsen hofft, dürfte enttäuscht werden.
- Doch diese Kaufempfehlung gilt längst nicht für alle Regionen und Immobilientypen. Das Handelsblatt zeigt, was Interessenten in der derzeitigen diffusen Marktlage beachten müssen.
- Eine große Datenanalyse benennt zudem in 13 deutschen Großstädten jene Trendviertel, die sich 2025 durch eine überdurchschnittliche Preisentwicklung auszeichnen – den Anfang machen Hamburg, Berlin und Leipzig.
Frankfurt, Köln, Berlin. David Alaba hat als Fußballspieler schon häufig sein gutes Gespür für die Situation bewiesen. Verfügt der heutige Real-Madrid-Verteidiger über diese Kompetenz womöglich auch im Geschäftsleben? Erst drei Jahre nach seinem Umzug nach Spanien stellte der Profi im Herbst seine Villa im Münchener Villenvorort Grünwald für eine Millionensumme zum Verkauf.
Auf einer sich über vier Etagen erstreckenden Wohnfläche von 417 Quadratmetern gibt es insgesamt zehn Zimmer und fünf Badezimmer. Ein Käufer hat sich bisher zwar nicht gefunden. Aber die Chancen dafür dürften derzeit zumindest besser stehen als in den vergangenen drei Jahren, in denen der deutsche Immobilienmarkt wie gefriergetrocknet wirkte.
Alaba ist nicht der Einzige, der offenbar daran glaubt, dass der Markt für Wohnimmobilien seine größte Krise mittlerweile hinter sich gelassen hat. Tatsächlich sind laut jüngsten Daten die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland im ersten Quartal 2025 so deutlich gestiegen wie seit knapp drei Jahren nicht mehr – trotz wirtschaftspolitischer Unsicherheit.
„Die verbreitete Stimmung ist nicht mehr, dass es noch lohnt zu warten“, sagt Michael Voigtländer, Immobilienexperte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Die Gründe sind schnell genannt: Die Bauzinsen sind zuletzt wieder gesunken, die Kaufpreise fallen nicht mehr und die Mieten steigen deutlich.
Dennoch: Käufer müssen heute viel genauer hinschauen als früher, um eine Immobilie mit der Chance auf Wertsteigerung zu erwischen. Die Zeiten sind vorbei, in denen die Immobilienpreise nahezu automatisch gestiegen sind. Und es sind nicht mehr die großen Metropolen, die das größte Wertwachstum versprechen.
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Wo also lohnt sich jetzt ein Immobilienkauf wirklich? Und was müssen Käufer berücksichtigen? Um darauf die Antworten zu finden, hat das Handelsblatt mit Immobilienmanagern, Analysten und Maklern über die Lage am Markt gesprochen. Und zudem Zahlenreihen und Studien ausgewertet, die aufzeigen, wohin der Trend geht.
Darunter auch die Daten des Analysehauses VDP Research, das exklusiv für das Handelsblatt die Preisentwicklungen in rund 13 deutschen Großstädten auf Ebene der einzelnen Stadtviertel analysiert hat. Wo in den deutschen Metropolen diese Trendviertel mit überdurchschnittlicher Preissteigerung liegen, beschreibt das Handelsblatt in einer großen Serie. Los geht es mit Hamburg, Berlin und Leipzig.
Zunächst aber beantwortet das Handelsblatt die wichtigsten Fragen zum Immobilienmarkt 2025. Potenzielle Selbstnutzer ebenso wie Kapitalanleger erhalten einen Ausblick darauf, wie sich der Markt in Deutschland weiterentwickelt, welche Immobilientypen gefragt sind – und welche Regionen zu den Gewinnern und Verlierern zählen werden.