Allianz-Skandal: Dokumente frisiert, Flucht auf die Toilette: So dreist waren die Betrüger der Allianz-Tochter AGI
An einigen Stellen hinkt die Allianz ihren selbst gesteckten Zielen hinterher.
Foto: dpaNew York. Gregoire Tournant habe gewusst, was seine Kunden hören wollten. „Er hat ihnen erzählt, er habe einen Master-Cop im Nacken sitzen, der genau beobachte, was er mit ihrem Geld am Aktienmarkt anstelle“, erklärte US-Staatsanwalt Damian Williams bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Die Allianz sei schließlich „einer der größten und konservativsten Versicherungskonzerne der Welt“. Er sei ein Risikomanager und erst an zweiter Stelle ein Renditemanager gewesen.
Tournant war der führende Portfoliomanager einer Gruppe von Hedgefonds der Allianz-Tochter Allianz Global Advisors (AGI). Sie wurden 2005 unter dem Namen „Structured Alpha Fonds“ speziell für den US-Markt auferlegt, und sie versprachen Renditen, die deutlich höher lagen als eine festgelegte Benchmark, der S&P 500 zum Beispiel.
Das kam vor allem bei US-Pensionsfonds gut an. In der Spitze verwalteten die Structured Alpha Fonds ein Vermögen von rund elf Milliarden Dollar. Von 2016 bis 2020 verdiente Tournant in seinem Job nach Angaben der US-Börsenaufsicht SEC 51,3 Millionen Dollar. Doch, wie sich nun herausstellte, sollen er und zwei Mitarbeiter jahrelang ein „unverschämtes“ Betrugsschema geschaffen haben.