Klimaforscher im Interview: Mojib Latif zum Klimawandel – „Unsere Kinder müssen ausbaden, was wir tun“
Der Klimaforscher rät zu einer ökologischen Steuerreform, mehr Investitionen in alternative Energien und zum Abschalten der schmutzigsten Kraftwerke.
Foto: dpaFrankfurt. Mojib Latif ist Professor für Klimadynamik am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Er rät zu einer ökologischen Steuerreform, mehr Investitionen in alternative Energien und zum Abschalten der schmutzigsten Kraftwerke.
Professor Latif, immer mehr Investoren setzen sich dafür ein, dass Unternehmen eine klimafreundliche Politik verfolgen. Finden Sie das gut?
Das allein reicht nicht. Wir müssen generell nachhaltig leben und wirtschaften. Zwei Ideen: Die Politiker sollten über eine ökologische Steuerreform nachdenken, die umweltschädliches Handeln be‧straft und umweltfreundliches belohnt. Auf das Klima bezogen wäre eine CO2-Steuer gut. Aber das würde wohl Massenproteste auslösen, es sei denn, das Geld käme den Menschen wieder zugute, etwa in Form von kostenlosen Kindergärten oder höherem Mindestlohn.
Beim Klimathema stehen fossile Energieträger im Mittelpunkt. Kohle, Öl und Gas verursachen bei Verbrennung das Treibhausgas CO2. Einige Investoren drängen Unternehmen zum Ausstieg …
Solche Anleger verhalten sich verantwortungsvoll. Diese „Divestment“-Bewegung hat schon einen gewissen Erfolg gehabt. Die Richtung stimmt, aber wir brauchen hier mehr Dynamik.