Märkte Insight: Der Fluch der letzten Meile im Kampf gegen die Inflation
New York. „Lupenreine Disinflation” ist lange das Mantra an der Wall Street gewesen. Die Inflation näherte sich kontinuierlich dem Zwei-Prozent-Ziel der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Das stärkte die Aussichten auf baldige Zinssenkungen und gab den Investoren Rückenwind. Doch vergangene Woche keimten erneut Zweifel auf. Die Verbraucher- und die Erzeugerpreise sind im Januar wieder angezogen, was den Anlegern die Stimmung verdarb.
Der Dow Jones verlor am Freitag 0,4 Prozent, der breit gefasste S&P 500 schloss 0,5 Prozent im Minus. Der technologielastige Nasdaq ging mit einem Minus von 0,8 Prozent aus dem Handel. Auf Wochensicht beendete der S&P auch seine fünfwöchige Serie an Kursgewinnen, nachdem er nur eine Woche zuvor erstmalig die Marke von 5000 Punkten geknackt hatte.
Der deutsche Leitindex Dax verbuchte zunächst am Freitag einen neuen Rekord und notierte zeitweise bei 17.198 Punkten. Dann trübten die schlechten US-Inflationsdaten auch in Frankfurt die Stimmung leicht ein.
Die letzte Meile ist die schwerste
Die sogenannte letzte Meile bei der Inflationsbekämpfung ist immer die schwerste – daran fühlen sich nun viele Anleger erinnert. Fed-Chef Jerome Powell warnt bereits seit Monaten, dass der Weg zurück zu einer Inflation von zwei Prozent nicht geradlinig verlaufen würde. Lange wurden seine Worte ignoriert, die Euphorie an den Aktienmärkten war schlicht zu hoch. Indes sieht er sich bestätigt.