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AktienhandelWorauf Anleger bei der Auswahl eines Onlinebrokers achten sollten

Die Digitalisierung hat den Handel mit Wertpapieren günstiger und einfacher gemacht. Doch auch das Angebot an Onlinebrokern hat deutlich zugenommen.Dirk Wohleb 06.01.2022 - 10:08 Uhr Artikel anhören

Gerade neue Angebote erscheinen vielen Anleger wegen der niedrigen Ordergebühren als attraktiv.

Foto: imago images/Cavan Images

Düsseldorf. Die Zahl der Wertpapierdepots wächst seit Ausbruch der Coronakrise stark: Im Januar 2020 hatten rund 23,7 Millionen Deutsche Wertpapierdepots, bis September 2021 ist die Zahl auf 27,9 Millionen gestiegen. Mit der Geldschwemme im Zuge der Nullzinspolitik legten Aktien kräftig zu. Nicht nur steigende Kurse sorgen für zunehmendes Interesse.

Durch die Digitalisierung ist der Handel mit Wertpapieren so einfach wie nie. Eine Entwicklung, von der Onlinebroker profitieren. Schließlich nimmt die Offenheit gegenüber digitalen Absatzkanälen generell zu. Mit dem Smartphone lässt sich nicht nur eine Reise online buchen, sondern auch Aktien oder Fonds sind einfach per Mausklick zu kaufen.

Nahezu alle Onlinebroker stellen Apps zur Verfügung, die den Kunden den Handel von Wertpapieren von jedem Ort aus ermöglichen. Der Anruf beim Finanzberater in der Bankfiliale ist nicht mehr nötig. „Ein Onlinebroker kann im Idealfall dafür sorgen, dass der Kauf von Fondsanteilen bequemer und preiswerter wird“, sagt Ralf Scherfling, Finanzexperte der Verbraucherzentrale NRW.

Der Experte rät zu einem kritischen Blick auf das Angebot: „Können Fonds tatsächlich ohne Ausgabeaufschlag gekauft werden? Ist das Wertpapierdepot wirklich kostenlos oder erst ab einem bestimmten Depotwert oder nur für bestimmte Zielgruppen?“ Anleger sollten neben den Kosten auch auf den Service und die technischen Voraussetzungen achten.

Wer ein möglichst großes und umfassendes Angebot erwartet, ist mit einem etablierten Anbieter wie der Consorsbank oder der Comdirect gut bedient. „Den Kunden stehen zahlreiche börsliche und außerbörsliche Handelsplätze zur Verfügung“, sagte Jürgen Eikenbusch, Sprecher der Consorsbank.

Sparpläne liegen im Trend

Ähnlich breit aufgestellt ist die Comdirect: „Den Selbstentscheidern geben wir eine Vielzahl an Werkzeugen an die Hand, die einen schnellen, transparenten und einfachen Börsenhandel ermöglichen – alles auch mobil mit dem Smartphone, zu jeder Zeit und an jedem Ort“, sagte eine Sprecherin der Comdirect auf Anfrage.

Neben dem Handel von Aktien bieten Onlinebroker meist ein großes Angebot an Sparplänen auf ETFs, aktiv gemanagten Fonds, Zertifikaten oder auch Aktien. Comdirect bietet auch Sparpläne auf Kryptozertifikate an. Mit regelmäßigen Einzahlungen, beispielsweise an jedem Ersten eines Monats, umgehen Anleger das Problem, den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg zu finden.

Sind die Kurse hoch, erwerben sie weniger Anteile. Ist die Stimmung an den Börsen dagegen schlecht, kaufen sie mehr Anteile. Sie verhalten sich damit antizyklisch und lassen sich nicht von der Stimmung an den Börsen leiten.

Neben etablierten Onlinebrokern, die schon lange am Markt sind, verzeichnen neue Anbieter einen starken Zulauf. Die sogenannten Neobroker locken vor allem mit niedrigen Ordergebühren. Damit eignet sich das Angebot für Anleger, die Aktien häufig kaufen und verkaufen.

Zu den erfolgreichen Newcomern in der Branche zählt Trade Republic. „Der Wertpapierhandel ist provisionsfrei, unabhängig von Ordergröße oder Titel“, erklärt Christian Hecker, Co-Founder von Trade Republic. Für jede Handelsausführung an der Börse Hamburg fällt eine Fremdkostenpauschale von einem Euro an. „Als Tech-Unternehmen haben wir viele Bankprozesse vollständig digitalisiert und radikal vereinfacht“, fügt Hecker hinzu.

EU-Verbot könnte vor allem Neobroker treffen

Anleger können bei Trade Republic Aktien und ETFs börsentäglich von 7.30 bis 23 Uhr, Derivate von 8 bis 22 Uhr handeln. Der Handel von Kryptowerten ist rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche möglich. Besonders bei jungen Anlegern kommt das Angebot der Neobroker gut an. Trade Republic meldet einen starken Zuwachs in dieser Altersgruppe und verwaltet nach eigenen Angaben das Geld von einer Million Kunden im Wert von sechs Milliarden Euro.

Wichtiger Teil des Geschäftsmodells einiger Neobroker sind Provisionen für die Abwicklung von Handelsaufträgen, sogenannte Payments for Order Flow (PFOF). Die stark wachsenden Unternehmen können ihre Dienstleistungen auch deswegen so günstig anbieten, weil sie Rückvergütungen von ihren Handelspartnern für Kundenorders bekommen.

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Die EU-Kommission will gegen diese Praxis vorgehen. Dazu will sie die Finanzmarktverordnung MiFIR um einen Zusatz ergänzen, der solche Rückvergütungen in Zukunft verbietet. Etablierte Onlinebroker wären von dieser Änderung zwar auch betroffen, doch bei ihnen machen diese Rückvergütungen einen deutlich geringeren Anteil an den Erträgen aus als bei Neobrokern.

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