Interview: Pimco-Anlagechef Andrew Bosomworth: „Man sollte nicht blind den ganzen Markt kaufen“
Der Managing Director in der PIMCO-Niederlassung München, Leiter des Portfoliomanagements in Deutschland und Vorstandsmitglied der PIMCO Europe GmbH hat schon einige Crashs an den Märkten erlebt.
Foto: PimcoEs ist eine turbulente Woche an den Märkten, als Andrew Bosomworth erklären soll, wie sich Geld zu Vermögen aufbauen lässt. Corona, aber auch die Langfriststrategie der Notenbanken sorgen für Unsicherheit bei den Anlegern. Die Allianz-Tochter Pimco ist einer der größten Anleiheinvestoren der Welt, Bosomworth ist für das Portfoliomanagement in Deutschland verantwortlich. Das Umfeld, findet er, ist immer noch recht gut zum Investieren.
Herr Bosomworth, die Kapitalmärkte schienen lange festgezurrt auf ihren hohen Niveaus. Anfang der Woche sind die Aktienkurse nun deutlich abgerutscht. Ist das der Beginn der erwarteten Korrektur?
Solche Rücksetzer sind auf dem hohen Niveau immer einzukalkulieren. Das Fundament für die Märkte steht weiterhin: Im Wirtschaftszyklus stehen wir in der Mitte. Die Rezession liegt gut ein Jahr hinter uns, die erste Phase der Erholung ist ebenfalls vorbei, wir steuern auf eine neue Normalität nach Covid zu.
Wenn es dann wie Anfang der Woche neue Nervosität gibt, weil Investoren fürchten, dass es durch die Ausbreitung der Delta-Variante neue Beschränkungen gibt – und damit der Weg in die Normalität länger wird –, dann ist klar, dass die Aktienkurse reagieren. Die Aktienkurse und die Bewertungen sind hoch.