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Dax-Umfrage Optimismus bekommt erste Risse – Vor allem unerfahrene Anleger haben das Nachsehen

Vielen Anlegern fällt es schwer, die hohen Kursverluste ihrer Lieblingsaktien als gesunde Sommerkonsolidierung abzutun. Sie könnten recht behalten.
19.07.2021 - 16:28 Uhr Kommentieren
An den US-Börsen setzen die Anleger extrem auf weiter steigende Kurse. Quelle: AP
Passanten an der Wall Street

An den US-Börsen setzen die Anleger extrem auf weiter steigende Kurse.

(Foto: AP)

Düsseldorf Unter den Anleger wächst die Nervosität. Laut der aktuellen Handelsblattumfrage Dax-Sentiment zweifeln immer mehr Umfrageteilnehmer, ob sie mit ihrer aktuellen Markteinschätzung richtig liegen. Für den Sentiment-Experten Stephan Heibel steht nach Auswertung der Umfrage fest: „Die Anlegerstimmung bleibt grundsätzlich bullish. Doch der Optimismus hat erste Risse bekommen.“

Der Grund dafür liegt in der Entwicklung der vergangenen Handelswoche: Die Märkte insgesamt haben sich wenig verändert. Sowohl der US-Index S&P 500 als auch die deutsche Benchmark Dax gaben nur rund 0,9 Prozent nach. Ein moderater Wert, der Anleger nicht beunruhigen dürfte. Konservative Investoren waren von den fallenden Kursen kaum betroffen.

Doch viele Lieblingsaktien von eher aktiven Anlegern gaben in der vergangenen Woche deutlich nach: Beispielsweise rutschten Papiere des Audio-Streamingdienstes Spotify rund fünf Prozent ab, der Onlinehändler Amazon gab vier Prozent nach, und die zuletzt besonders im Fokus stehenden Titel des Chiphersteller Nvidia verloren in den vergangenen zwei Woche rund 20 Prozent.

Auch die zuletzt spekulativen Ölwerte wie Exxon (minus sechs Prozent) oder Chevron (minus fünf Prozent) gaben kräftig ab. Gleiches gilt für Banken, die auf den Konjunkturaufschwung angewiesen sind: Bank of America verlor fünf Prozent und JP Morgan drei Prozent.

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    Angesichts dieser Kursverluste falle es den Anlegern schwer, die Minuszeichen als gesunde Sommerkonsolidierung abzutun und nicht darauf zu reagieren, sagt Heibel. Er warnte vor dem Handelsbeginn am Montag: „Die Nervosität steigt und könnte, sollten die Kurse weiter abbröckeln, sich in den kommenden Wochen auch zu einem Ausverkauf entwickeln.“ An diesem Montag gab der Dax rund 400 Punkte nach.

    Der Sentimentexperte glaubt weiter: „Da werden gerade junge und unerfahrene Anleger aus dem Markt geworfen. Junge Anleger, die noch nicht erlebt haben, dass eine Rally zwischenzeitlich auch mal sieben bis 15 Prozent nach unten gehen kann, bevor die Kurse steigen.“

    Grafik

    Zwei Fakten stützen seine Ansicht:

    • Zum einen spekuliert eine Gruppe von Privatanlegern derzeit mit Hebelprodukten auf ein Dax-Rekordhoch. Das zeigt das aktuelle Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, das anhand realer Trades mit Hebelprodukten auf den Leitindex berechnet wird.
    • Zum anderen haben vor allem die jungen und unerfahrenen Anleger aus dem Verlauf der Impfstoffrally seit Anfang November eines gelernt: bei Rückschlägen kaufen. Seitdem gab es nur drei Sitzungen, bei denen der Dax mindestens 0,9 Prozent nachgab und anschließend auch den Folgetag schwächer beendete. Zuletzt war das am vergangenen Freitag der Fall.

    Sollte der Dax auch den heutigen Montag mit einem Minus den Handel beenden, wäre das eine negative Neuigkeit: Seit Anfang November gab es noch keine zwei Verlusttage hintereinander nach einem Minus von mindestens 0,9 Prozent.

    Aktuelle Umfragedaten

    Das Anlegersentiment ist mit einem Wert von minus 0,6 unverändert zur Vorwoche. Für eine Feierstimmung gibt es keinen Grund, denn der Leitindex ist zum dritten Mal daran gescheitert, die Marke von 15.800 Punkten nachhaltig zu überwinden. Entsprechend bleibt die Laune der Umfrageteilnehmer ernüchtert.

    Gleichzeitig kommt eine gewisse Verunsicherung auf: Der Wert zu der Frage Selbstzufriedenheit/Unsicherheit fällt nach minus 0,2 in der Vorwoche aktuell auf minus 0,8. Das deutet Zweifel an der richtigen Einschätzung der Marktlage an: Bedeuten die Kursverluste der Indizes, dass der Konjunkturaufschwung auf sich warten lässt? Denn die Renditen an den Anleihemärkten in den USA wie auch hierzulande fallen trotz positiver Wirtschaftsdaten wieder. Es gibt genug Gründe, die Anleger zweifeln lassen, ob die Aktienmärkte zu Recht nahe ihren Allzeithochs notieren.

    Diese Zweifel drücken auch auf den Optimismus, der vor einer Woche noch mit plus 3,8 nah an der Schwelle zu Extremwerten von plus 4,0 notierte. Diese Woche geht die Erwartung auf plus 3,0 zurück, die optimistische Überzeugung der Bullen hat erste Kratzer erhalten.

    Entsprechend ist auch die Investitionsbereitschaft von 1,0 auf 0,3 zurückgegangen. Kaum jemand möchte in dieser ungewissen Situation nennenswert investieren.

    Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln, zeigt mit einem Wert von plus vier weiterhin eine hohe Positionierung für steigende Kurse an. Der nächste Dax-Ausbruch soll nach dem Willen der Privatanleger offenbar Richtung Norden erfolgen. Ein positiver Wert zeigt, dass mehr Call- als Put-Hebelprodukte in den Depots der Privatanleger liegen.

    In den USA nimmt das Bullenlager ab, das Bulle/Bär-Verhältnis der Privatanleger ist auf neun Prozent gefallen. In der Vorwoche waren es noch 25 Prozent. Die Privatanleger werden angesichts der anhaltenden Rekordjagd an US-Märkten vorsichtiger. Der anhand technischer Marktdaten berechnete „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Aktienmärkte ist mit einem Wert von nur noch 23 Prozent in den Bereich der extremen Angst gerutscht.

    Die Investitionsquote der US-Fondsanleger hingegen ist um elf Prozent auf 93 Prozent angestiegen. Eine nennenswerte Korrektur fürchten die US-Profis derzeit nicht.

    Hinter Erhebungen wie dem Dax-Sentiment mit fast 6000 Teilnehmern stehen zwei Annahmen: Wenn viele Anleger optimistisch sind, haben sie bereits investiert. Dann bleiben nur wenige übrig, die noch kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben können. Umgekehrt gilt: Wenn die Anleger pessimistisch sind, haben sie mehrheitlich nicht investiert. Dann können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken.

    Sie wollen an der Umfrage teilnehmen? Dann lassen Sie sich automatisch über den Start der Sentiment-Umfrage informieren, und melden Sie sich für den Dax-Sentiment-Newsletter an. Die Umfrage startet jeden Freitagmorgen und endet Sonntagmittag.

    Mehr: Gewinn mit Aktien – wann Anleger Steuern zahlen müssen.

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