Nachhaltigkeit: Diese Fragen muss Ihr Anlageberater Ihnen bald stellen – und ärgert sich wohl sehr darüber
Anleger müssen nun zu Nachhaltigkeitswünschen in ihrem Depot befragt werden.
Foto: dpaFrankfurt. Soll Nachhaltigkeit bei Ihrer Anlage berücksichtigt werden? Was ist für Sie nachhaltig? Wie grün soll Ihr Finanzprodukt sein? Diese Fragen wird Ihnen Ihr Anlageberater beim nächsten Gespräch ziemlich sicher stellen. So plausibel und schlicht sich das zunächst anhört: In der Praxis sorgen die neuen EU-Regeln zu Nachhaltigkeitskriterien in der Anlageberatung, die ab Dienstag angewendet werden müssen, schon vor dem Start für regelrechtes Chaos.
Nach Auffassung von Experten kommen die neuen komplizierten Vorschriften zu einem generell schwer greifbaren Thema zu früh, weil sie nicht zu Ende vorbereitet sind. Außerdem gelten die Regeln für Zigtausende Berater im Land nicht, was selbst bei den Betroffenen für Unverständnis sorgt.
„Unklarheit und Frustration“ herrsche in der Finanzbranche darüber, „dass die Regeln so uneindeutig geschrieben wurden“, beobachtet Kamil Kaczmarski, Partner bei der Unternehmensberatung Oliver Wyman.
Und der Professor für nachhaltige Finanzierung an der Universität Kassel, Christian Klein, fragt: „Ist das über das Ziel hinausgeschossen?“ Die neuen Vorschriften beinhalteten „die komplette Regulierung der letzten drei Jahre“ – das sei für ein Beratungsgespräch von oftmals einer halben Stunde „sehr spannend“.