Serie: Investieren in der Nullzinswelt (1): So erzielen Anleger in einer Welt ohne Zinsen noch Renditen
Bei der Geldanlage ist es wichtig, nicht zu einseitige Risiken einzugehen.
Foto: imago images/Ikon ImagesFrankfurt. Der Zins ist bekanntlich die Basis der Kapitalmärkte, er ist der Preis für die Überlassung von Geld auf Zeit. Aber was passiert, wenn diese Basis verschwindet? Wenn es statt positiver Zinsen gar keine mehr oder negative Prozentsätze gibt? Genau diese Situation haben wir seit Jahren – und mit der Coronakrise ist jede Hoffnung auf eine Umkehr der Entwicklung geschwunden. Bewährte Anlageregeln gelten nicht mehr, wenn Zinspapiere keine Zinsen mehr bringen. Die Kurse von Aktien und anderen Risikoanlagen werden aufgeblasen, was zu allzu sorglosem Verhalten verführen kann.
Das Handelsblatt startet deswegen eine Serie mit wöchentlich erscheinenden Artikeln, die helfen sollen, sich in dieser verrückten Welt zurechtzufinden. Dabei geht es um Anlageformen, Risiken und die Frage, wo überhaupt noch positive Renditen zu finden sind.
Eine simple Erkenntnis ist: Wenn Anleihen nichts mehr bringen, müssen zumindest zum Teil Aktien deren Rolle übernehmen. Strategisch sollten Anleger, die ihr Finanzvermögen noch mindestens fünf bis zehn Jahre investieren wollen, ihr Depot grundsätzlich stärker „in Richtung Produktivvermögen der Wirtschaft nachjustieren“, rät Stefan Freytag, Vorstandssprecher des zur Deutschen Bank gehörenden Deutsche Oppenheim Family Office (Deutsche Opp). In einer Zeit, in der die expansive Politik der führenden Notenbanken den „Nullzins noch mehrere Jahre festschreibt, bekommen Aktien im Vergleich zu Anleihen einen ungleich höheren Renditehebel“, sagt er.