++ Banken-Gipfel ++: „Es wird nicht ausreichen, nur einen Briefkasten in Frankfurt anzuschrauben“
„Wir erwarten von den Instituten und ihren Führungskräften eine dauerhafte und angemessene Präsenz.“
Foto: Marc-Steffen UngerFrankfurt. Die Sommerpause für Banken und Banker ist endgültig vorbei. Auf der Handelsblatt-Konferenz Banken-Gipfel trifft sich die Elite der deutschen und europäischen Finanzbranche. Es geht um die ganz großen Fragen: Wie wird die Digitalisierung die Branche umkrempeln, welche Folgen hätte ein harter Brexit für die Finanzstabilität in Europa, und welche Risiken drohen, wenn die aktuellen geopolitischen Spannungen eskalieren? Aber auch die Zukunft der privaten deutschen Großbanken steht zur Debatte. Das Wichtigste des zweiten Konferenztages im Newsblog.
Die wichtigsten Themen auf der Handelsblatt-Konferenz in Frankfurt:
- Am zweiten Tag des Banken-Gipfels erläuterte Bundesfinanzminister Olaf Scholz, wie er sich die deutsche und die europäische Bankenlandschaft vorstellt.
- Der ehemalige Bundesbank-Chef und heutige Präsident der Schweizer Großbank UBS, Axel Weber, stand dem Chefredakteur des Handelsblatts, Sven Afhüppe, Rede und Antwort.
- Theodor Weimer, der Chef der Deutschen Börse, verteilte Lob in Richtung Berlin.
- Felix Hufeld, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, skizzierte die wichtigsten regulatorischen Folgen des Brexits.
- Am Mittwoch, dem ersten Konferenztag, legten der neue Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, und sein Frankfurter Nachbar von der Commerzbank, Martin Zielke, dar, wie sie ihre Geldhäuser in rosigere Zeiten führen wollen.
- Die niederländische ING ist einen Schritt weiter. Ihr Vorstandschef Ralph Hamers erklärte, wie er das Geldhaus zu einem der Vorreiter in Sachen Digitalisierung gemacht hat – und warum die Bank der Zukunft mobil sein wird.
+++ 13.18 Uhr Ex-Staatssekretär Jörg Asmussen sieht New York als großen Brexit-Gewinner +++
Bei allem Faible für Standortpolitik, nicht jeder sieht im Brexit in erster Linie eine Chance für den Finanzstandort Frankfurt. Der frühere Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Jörg Asmussen, etwa warnt vor allzu großer Euphorie. „Der größte Profiteur wird der Finanzplatz New York sein, nicht Frankfurt“, sagt der heutige Manager bei der US-Investmentbank Lazard. Natürlich würden auch europäische Standorte wie Frankfurt, Paris oder im Versicherungsbereich Dublin profitieren. Aber insgesamt befürchtet Asmussen: „Wir werden einen fragmentierten Finanzmarkt haben. Das ist nicht positiv.“
+++ 13.10 Uhr Investmentbanker Wolfgang Fink plädiert für eine aktive Rolle Frankfurts +++
Für den Deutschlandchef von Goldman Sachs, Wolfgang Fink, ist eine Frage entscheidend: „Haben wir eine passive Rolle als Rückfalloption für das, was künftig in London nicht mehr gemacht werden kann, oder nehmen wir eine aktive Rolle ein und entwickeln Frankfurt als den Finanzplatz im Euro-Raum?“ Das hänge von den Maßnahmen ab, die nach dem Brexit in die Wege geleitet würden – „und dafür brauchen wir natürlich auch die Politik“.
Lazard-Manager Jörg Asmussen (2. v. r.), Goldman-Sachs-Deutschlandchef Wolfgang Fink (2. v. l.), Bafin-Präsident Felix Hufeld (l.) und Moderator Daniel Schäfer (r.) diskutieren über die Brexit-Folgen.
Foto: Marc-Steffen Unger
+++ 13.03 Uhr Hufeld: „Der Brexit ist kein Nullsummenspiel“ +++
Der Bafin-Präsident erwartet, dass der Austritt Großbritanniens aus der EU die Kosten auf beiden Seiten steigen lässt: „Der Brexit ist kein Nullsummenspiel. Wir werden alle drauflegen.“ Das sollte man bei der Frage, wer profitiere, nicht unberücksichtigt lassen. Deshalb warnt er: Frankfurt werde zwar zu den Brexit-Gewinnern zählen: „Aber wir dürfen es in den drei bis fünf Jahren danach auch nicht wieder vertändeln.
+++ 12.55 Uhr Diskussion über die Brexit-Auswirkungen +++
Es diskutieren: Bafin-Präsident Felix Hufeld, Jörg Asmussen, Managing Director von Lazard, Wolfgang Fink, Deutschlandchef von Goldman Sachs.
+++ 12.50 Uhr Hufeld erinnert die Politik an ihre Verantwortung +++
„Ein harter Brexit würde in Hunderttausende von Verträgen eingreifen, würde gravierende Unsicherheit hervorrufen über die Fähigkeit von Instituten, im jeweils anderen Land operieren zu dürfen“, warnt Bafin-Präsident Felix Hufeld. „Wir Regulierer würden dann mit Notmaßnahmen operieren müssen.“ Im allerschlimmsten Falle könne die Bafin Dinge dulden, um ein Chaos zu vermeiden. Aber Hufeld macht deutlich, dass es sich dabei nicht um dauerhafte Regeln handle – die müssten von der Politik kommen: „Wir dürfen, können und wollen nicht ein Reparaturbetrieb sein für nicht getätigte politische Ergebnisse.“
+++ 12.34 Uhr Briefkastenbanken soll es in Frankfurt nicht geben +++
Hufeld macht klar, was die Aufsicht von Finanzinstituten erwartet, die sich in Frankfurt ansiedeln wollen: „Was wir unter keinen Umständen akzeptieren werden, sind leere Hüllen.“ Es werde also nicht ausreichen, nur einen Briefkasten in Frankfurt anzuschrauben oder ab und zu einzufliegen, „um die Unterschriftenmappe abzuarbeiten“ und ansonsten mit der gesamten Organisation in London zu verbleiben. „Wir erwarten von den Instituten und ihren Führungskräften eine dauerhafte und angemessene Präsenz.“
Der ehemalige Staatssekretär diskutierte in Frankfurt über die Folgen des Brexits für den Finanzplatz Frankfurt.
Foto: Marc-Steffen Unger
+++ 12.28 Uhr Interesse am Finanzplatz Frankfurt lässt sich quantifizieren +++
Mehr als 25 Anträge auf eine Banklizenzierung in Deutschland bearbeite die Bafin aktuell, sagt Hufeld. „Es besteht also wirklich ein belastbares Interesse am Finanzstandort Deutschland, insbesondere an Frankfurt.“
+++ 12.21 Uhr Hufeld: Flexibilität und Strenge müssen sich bei der Regulierung die Waage halten +++
„Der Brexit ist für uns alle eine wirklich einmalige Herausforderung – und bleibt es hoffentlich auch.“ Für Aufseher bedeute dies, in einer Phase der Unsicherheit und des Übergangs den schmalen Grat zu finden zwischen Flexibilität und unverzichtbaren Standards. „Aufsichtliche Standards dürften nicht verwässert oder gar ignoriert werden.“ Aber „Dogmatismus ist ebenso wenig zielführend wie Laxheit“.
+++ 12.18 Uhr Hufeld zur künftigen Bedeutung Londons +++
„Man muss kein Hellseher sein, um zu prophezeien, dass der Finanzplatz London auch künftig seine herausragende Bedeutung behalten wird.“
+++ 12.14 Uhr Hufeld: Kreditinstitute brauchen ein Standbein in der EU +++
Dennoch spiele die Finanzindustrie in den Austrittsverhandlungen „keine untergeordnete Rolle“. Dafür seien die Verflechtungen zwischen Großbritannien und der EU einfach zu groß – vor allem weil London längst das Drehkreuz für Kapitalflüsse in Richtung EU sei. Daher sei schon jetzt sei klar, dass Kreditinstitute, die ihre Geschäfte bisher von London aus getätigt haben, künftig einen Standort in der EU brauchen, um dort weiterhin Geschäfte betreiben zu können. Das könne durch Umwandlung von Zweigstellen in Tochtergesellschaften oder durch neue Ansiedlungen geschehen.
+++ 12.12 Uhr Hufeld rückt das Selbstbild der Bankenbranche zurecht +++
Auch wenn dies für Vertreter der Finanzindustrie nahezu unvorstellbar klingen sollte: Bei den Gesprächen der Brexit-Unterhändler hätten die künftigen Beziehungen der in London ansässigen Banken und Finanzdienstleistungsinstitute zu den EU-27-Staaten „nicht immer ganz oben auf der Agenda“ gestanden, sagt der Bafin-Chef.
+++ 12.10 Uhr Nach einer Pause geht es weiter mit einem Vortrag von Bafin-Chef Felix Hufeld +++
Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht spricht über die Brexit-Folgen.
+++ 11.23 Diederich: Corporate Banking wird niemals allein über digitale Plattformen laufen +++
HVB-Chef Diederich räumt ein, dass die deutschen Banken von der robusten Konjunktur profitieren. Wirklich spannend werde es erst, wenn die Kreditausfälle wieder steigen sollten. Dann komme es auf das tiefe Verständnis von Unternehmen und ihren Geschäftsmodellen an. Deshalb werde das Corporate Banking nie nur über digitale Plattformen laufen können.
+++ 11.18 Uhr Dreilich: Das Prinzip der Hausbank lebt +++
Beraterin Tanja Dreilich von der Kirchhoff Group spendet Fröhlich und Diederich allerdings ein bisschen Trost: Eigentlich sei sie mit den Angeboten von DZ Bank und Hypo-Vereinsbank sehr zufrieden. Dreilich glaubt, dass trotz aller Digitalisierung das Hausbankenprinzip im Firmenkundengeschäft nicht überholt ist.
+++ 11.16 Uhr Fröhlich: Regulierungsanforderungen bremsen Banken bei der Digitalisierung aus +++
DZ-Banker Fröhlich glaubt nicht, dass die Banken zu träge sind, um die Digitalisierung anzugehen. Man dürfe nicht vergessen, dass der immer höhere Aufwand für die Regulierung einen erheblichen Anteil der Projektbudgets auffresse. Dadurch hätten die Banken deutlich weniger Mittel, um in die Digitalisierung zu investieren.
+++ 11.11 Uhr In Frankfurt geht es weiter mit einer Diskussion zum Thema Corporate Banking +++
Teilnehmer sind Michael Diederich, Sprecher des Vorstands der Hypo-Vereinsbank (HVB), Tanja Tamara Dreilich, CFO der Kirchhoff Group, und Uwe Fröhlich, Generalbevollmächtigter der DZ Bank.
+++ 11.00 Uhr Weimers Herz hängt am FC Bayern, die Eintracht ist nur ein „Investment“ +++
Autsch, das dürfte die Fans von Eintracht Frankfurt schmerzen! Auf die Frage, ob er sich über den Pokalsieg des Frankfurter Fußballerstligisten Eintracht Frankfurt gefreut habe, antwortet der bekennende Fan des FC Bayern kurz und ehrlich: „Nein“. Das ist standortpolitisch natürlich nicht korrekt, immerhin sponsert die Deutsche Börse, deren Chef Weimer ist, die Frankfurter. Auf die Frage, wie dieses Sponsoring mit Weimers Engagement bei den Bayern – der Deutsche-Börse-Chef sitzt dort im Aufsichtsrat – zusammenpasst, antwortet er: „Das eine ist mein Herz, der FC Bayern, das ist auch mein fußballerischer Verstand. Die Eintracht ist ein Investment, das wir gemacht haben am Finanzplatz für diesen Verein. Meine Antwort – Nein – kommt von Herzen.“
+++ 10.55 Uhr Weimer will Zukäufe nicht ausschließen – aber Großfusionen lehnt er ab +++
Sonderlich fusionswütig scheint der Chef der Deutschen Börse derzeit nicht zu sein. „Ich schließe jede Art von Transaktion, also Zukäufe, auch im Milliardenbereich, nicht aus“, sagt Weimer. „Transformatorische Deals oder dieses Konstrukt von Mergers of Equals (gleichberechtigte Fusionen), davon halte ich nichts“, so Weimer. Das gehe auch von der Marktstruktur der Börse her nicht. Zusammengefasst: „Zukäufe ja, aber keine Mergers of Equals oder dergleichen.“ Über die Finanzierung solcher Deals, die ja auch im Milliardenbereich liegen könnte, macht sich Weimer keine Sorgen: Schon der Cashflow, also die Eigenfinanzierung, reiche aus, um eine Milliarde Euro zu stemmen. „Und natürlich haben wir jederzeit die Zugangsmöglichkeit zu den Kapitalmärkten.“ Es sei also nicht so, dass die maximale Summe, die ihm zur Verfügung stehe, bei einer Milliarde Euro liege, sagt der Manager selbstbewusst.
Der Deutsche-Börse-Chef im Gespräch mit Moderatorin Ellen Frauenknecht.
Foto: Marc-Steffen Unger
+++ 10.50 Uhr Der nächste Redner, Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer, lobt die Berliner Standortpolitik +++
Lange habe die Bundesregierung damit gezögert, aktiv Standortpolitik für den Finanzplatz Deutschland zu betreiben. Mittlerweile scheine sich das geändert zu haben. Deutsche-Börse-Chef Theo Weimer zeigt sich jedenfalls zufrieden. „Die Politik hat erkannt, wie wichtig es ist, dass das Euro-Clearing, also das in Euro denominierte Interest-Rates-Swap-Geschäft, nach Europa kommt, und unterstützt uns sehr gut“, sagt er. Er verweist auf Aussagen von Bundesfinanzminister Olaf Scholz, der vor ihm gesprochen hat, und erwähnt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel nächste Woche nach Frankfurt kommt, um sich zu Themen des Finanzplatzes Frankfurt zu positionieren. „Das begrüße ich“, sagt Weimer.
„Es gab damals keinen Chefposten bei der EZB für einen Deutschen, und es gibt heute auch keinen.“
Foto: Thomas Hauss für Handelsblatt
+++ 10.35 Uhr UBS-Chairman Axel Weber zum Job des EZB -Präsidenten +++
Der Job des EZB-Präsidenten sei ein „ganz wichtiger, zentraler Posten“, sagte UBS-Verwaltungsratschef Axel Weber. „Und ich glaube, es ist wichtig für die Akzeptanz der Politik in Deutschland, dass in der EZB vernünftige Politik gemacht wird.“ Aber: „Es gab damals keinen Chefposten bei der EZB für einen Deutschen, und es gibt heute auch keinen.“
+++ 10.29 Uhr UBS-Chairman Axel Weber zur EZB +++
Axel Weber erneuert seine Kritik an der EZB: Die Negativzinspolitik sei aufgrund der wirtschaftlichen Lage nicht mehr gerechtfertigt. Durch diese außergewöhnliche Geldpolitik werde die Erholung des europäischen Bankensektors weiterhin verzögert.
+++ 10.25 Uhr UBS-Chairman Axel Weber zu den Lehren aus der Lehman-Krise +++
Hätten alle wankenden deutschen Banken in der Finanzkrise Geld vom Staat erhalten sollen? Nein, meint Weber. „Ich glaube, dass Deutschland ganz gut durch die Krise gekommen ist.“ Es sei der richtige Weg gewesen, dass zunächst andere Banken die Institute in Schieflage gestützt haben. Das habe aber mit der Pleite von Lehman nicht mehr funktioniert, weil es zur Systemkrise kam. Fast sämtliche damalige Staatshilfen hätten die Geldhäuser inzwischen zurückgezahlt.
+++ 10.20 Uhr UBS-Chairman Axel Weber zur Rolle Frankfurts nach dem Brexit +++
Der Finanzplatz Nummer eins in Europa werde Frankfurt eher nicht werden. Frankfurt habe gute Chancen, im Retailbanking nach dem Brexit ganz vorn zu stehen, meint Weber. Im Kapitalmarktgeschäft sei das Rennen indes noch nicht entschieden. Die Schweizer UBS selbst reagiert auf den Brexit, indem sie im Investmentbanking Kapazitäten in Frankfurt aufbauen wird.
+++ 10.17 Uhr UBS-Chairman Axel Weber beantwortet Fragen +++
Axel Weber plädiert im Gespräch mit Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe, sich auf das langfristige, nachhaltige „Brot-und-Butter-Geschäft“ zu konzentrieren.
+++ 10.10 Uhr UBS-Chairman Axel Weber kündigt einen Index für nachhaltiges Investieren an +++
Die UBS bastele an einem Index für nachhaltiges Investieren, auf den private und professionelle Investoren sich auch wirklich verlassen könnten. „Wir brauchen Schubkraft der Finanzindustrie, um Nachhaltigkeit zu verankern.“ Und um den Klimaschutz umzusetzen.
+++ 10.05 Uhr UBS-Chairman Axel Weber fordert eine Definition nachhaltiger Investments +++
Nachhaltigkeit müsse besser gemessen werden: „Wir brauchen eine klare Definition“, sagt UBS-Verwaltungsratschef Weber. Das könnten Banken nicht allein – erforderlich sei die Zusammenarbeit mit Partnern
+++ 10.03 Uhr UBS-Chairman Axel Weber quantifiziert den Markt nachhaltiger Investments +++
Die nach nachhaltigen Kriterien angelegten Vermögen nehmen mit zweistelligen prozentualen Zuwachsraten zu – 2016 betrugen sie laut einer Studie der Global Sustainable Investment Alliance 23.000 Milliarden Dollar. Das sei immer noch eine Nische: Das globale Gesamtvermögen wird auf 280.000 Milliarden Dollar geschätzt. Das Wachstumspotenzial nachhaltiger Anlagen sei bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.
+++ 9.58 Uhr UBS-Chairman Axel Weber spricht über nachhaltige Investments +++
Vermögensverwaltung muss sich umstellen, meint der Spitzenbanker. „Den Wunsch, nachhaltig zu investieren, beobachten wir vor allem bei der Generation der Millennials, also der Generation, die seit den frühen 80er-Jahren geboren wurde, sowie bei Frauen aller Generationen.“ Unter den Reichen dieser Welt bestimmten Frauen immer mehr, wie das Geld angelegt werden soll.
+++ 9.55 Uhr Bei Bankgeschäften ist Finanzminister Olaf Scholz ein Konservativer +++
Der Sozialdemokrat bekennt, noch nie Onlinebanking und auch noch keine Banking-App genutzt zu haben. „Ich nutze den Bankautomaten“, sagt Scholz zum Abschluss seines Auftritts in Frankfurt.
+++ 9.54 Uhr Finanzminister Olaf Scholz zur neuen italienischen Regierung +++
Mit Blick auf die Turbulenzen an den italienischen Finanzmärkten rät Scholz zu mehr hanseatischer Gelassenheit: „Man sollte nicht bei jedem Regierungswechsel in Europa gleich in Panik verfallen“, meint der Finanzminister und rät zu mehr Gelassenheit und einem robusteren Nervenkostüm. Schließlich sei es ein ermutigendes Zeichen, dass der italienische Staatspräsident nur einen Finanzminister akzeptieren wollte, der sich an die Regeln von EU und Euro-Zone hält.
+++ 9.50 Uhr Finanzminister Olaf Scholz zur Zukunft der Banken +++
Jetzt geht es darum, wie man die deutschen Großbanken wieder nach vorn bringen kann. Scholz meint, dass die Geschäftsmodelle dringend optimiert werden müssen, das sei zwar vor allem eine unternehmerische Aufgabe, aber die Politik sei Gesprächspartner und könne helfen, das Nötige zu tun. Ob dazu auch die aktuelle Lieblingsspekulation der Frankfurter Finanzszene gehört, eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank? Scholz gibt eine diplomatische Antwort, aber er scheint einem solchen Projekt nicht ablehnend gegenüberzustehen: Man müsse darüber diskutieren, wie die heimischen Banken die nötige Größe und Stabilität erreichen könnten, sagt er.
+++ 9.46 Uhr Finanzminister Olaf Scholz zum Euro-Clearing +++
Scholz ist überzeugt, dass sich ein großer Teil des Euro-Clearings nach Europa und vermutlich nach Frankfurt bewegen werde.
+++ 9.45 Uhr Finanzminister Olaf Scholz zum Finanzplatz Deutschland +++
„Die Folge des Brexits wird in jedem Fall sein, dass Aktivitäten auf den Kontinent verlagert werden – ein Teil auch nach Deutschland und insbesondere Frankfurt. Wir müssen aber verstehen, welche Konsequenzen das hat.“
+++ 9.43 Uhr Finanzminister Olaf Scholz zu Unternehmensteuern +++
Denkt Scholz über eine große Steuerreform nach? Der Finanzminister antwortet ausweichend. Die Bundesregierung habe schon eine ganze Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht, aber man könne das Steuersystem noch leistungsfähiger machen, zum Beispiel bei der Forschungsförderung.
+++ 9.40 Uhr Finanzminister Olaf Scholz beantwortet die Fragen von Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe +++
Scholz glaubt, dass die Bundesregierung Standortpolitik für Deutschland und die deutsche Finanzwirtschaft machen muss. Aber nicht nach dem Motto „Europe first“.
+++ 9.38 Uhr Finanzminister Olaf Scholz zu Europa +++
„Wenn wir über die Zukunft reden, müssen wir immer über die Europäische Union reden. Deutschland ist zu klein, um sich in der Welt allein zu behaupten. Deutschlands wirtschaftliche Bedeutung in der Welt wird relativ abnehmen. Alle, die Wirtschaftspolitik national begreifen, werden scheitern.“
+++ 9.35 Uhr Finanzminister Olaf Scholz zu den wirtschaftspolitischen Zielen +++
Die Bundesrepublik wolle Industriepolitik gemeinsam mit der Finanzwirtschaft machen.
+++ 9.24 Uhr Finanzminister Olaf Scholz zum Brexit +++
„Es ist bedauerlich, dass das Vereinigte Königreich die EU verlässt. Leider sind wir kurz vor Schluss der Verhandlungen, und die deutsche Bundesregierung tut alles, um zu einem Vertrag zu kommen. Mein Rat: Man sollte sich auch auf einen ungeordneten Brexit einstellen.“
+++ 9.24 Uhr Finanzminister Olaf Scholz zum Europäischen Stabilitätsmechanismus +++
„Wir haben nicht unendlich Zeit, um die Banken- und Kapitalmarktunion zu vollenden“, meint Scholz. Grund: Keiner weiß, wann die nächste Krise kommt und die Politik erneut handeln muss.
+++ 9.23 Uhr Finanzminister Olaf Scholz zum Hilfsprogramm für Griechenland +++
Das griechische Hilfsprogramm sei das größte volkswirtschaftliche Programm, das weltweit jemals aufgesetzt wurde: „Das ist schon was.“
+++ 9.18 Uhr Finanzminister Olaf Scholz analysiert die Folgen der Lehman-Krise +++
Seit der Lehman-Krise habe die Bedeutung der deutschen Banken in Europa abgenommen. Die Banken seien nicht global genug aufgestellt, um die deutsche Wirtschaft wirklich international zu begleiten.
+++ 9.10 Uhr Die Moderatoren Ellen Frauenknecht, Börsenkorrespondentin der ARD, und Daniel Schäfer, Leiter der Finanzzeitung des Handelsblatts, eröffnen den zweiten Konferenztag +++
Digitalisierung war das Topthema des ersten Konferenztags: „Alle sprechen über Plattformen, aber niemand weiß, was das wirklich ist.“