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Alexander Schütz Aufsichtsrat der Deutschen Bank kauft Sparkassen-Tochter in Luxemburg

Der Erwerb der Privatbank Freie Internationale Sparkasse ist mit der Deutschen Bank abgestimmt. Auch die Bankenaufsicht scheint diesmal keine Probleme zu sehen.
25.08.2020 Update: 25.08.2020 - 18:52 Uhr Kommentieren
Ein Aufsichtsrat des Instituts erntet Kritik. Quelle: dpa
Logo der Deutschen Bank

Ein Aufsichtsrat des Instituts erntet Kritik.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Gründer des Vermögensverwalters C-Quadrat, Alexander Schütz, steigt ins Bankgeschäft ein. Der Österreicher übernimmt die Freie Internationale Sparkasse (FIS), eine Luxemburger Banktochter der Sparkasse Bremen. Das teilten Schütz, der auch im Aufsichtsrat der Deutschen Bank sitzt, und die Sparkasse Bremen mit. Zuvor hatte das Handelsblatt darüber berichtet.

„Wir sehen eine Marktlücke in der umfassenden Betreuung von Unternehmern in allen ihren Belangen: von der Finanzierung des Unternehmens bis zum Vermögensmanagement des Eigentümers“, sagte Schütz dem Handelsblatt. Die FIS sei dafür „der ideale Nukleus“, da sie über eine „ausgezeichnete Kompetenz im Wealthmanagement“ verfüge. Die Übernahme der FIS sei mit der Deutschen Bank und mit den Bankenaufsehern abgestimmt.

Die Deutsche Bank bestätigte das. „Es gab selbstverständlich eine Prüfung. Das Aufsichtsratspräsidium stellte fest, dass keine Einwände aus Sicht der Deutschen Bank gegen einen Erwerb im Sinne von Unvereinbarkeiten mit der Funktion von Herrn Schütz als Aufsichtsrat der Deutschen Bank AG bestehen“, sagte ein Sprecher des Instituts. Die Finanzaufsicht Bafin kommentierte das nicht.

Die Zustimmung von Deutscher Bank und Bankenaufsicht ist nicht selbstverständlich. Da Schütz im Aufsichtsrat der Deutschen Bank sitzt und bis 2023 gewählt ist, müssen der Aufsichtsrat und die Behörden mögliche Interessenkonflikte prüfen. Bei berechtigten Einwänden können die Bankenaufseher auch Mitglieder aus dem Aufsichtsrat entfernen.

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    Man kann davon ausgehen, dass die Prüfung durch die Deutsche Bank dieses Mal sehr gründlich verlief. Denn mit unterschätzten Interessenkonflikten im Aufsichtsrat hatte das Institut erst im vergangenen Jahr leidvolle Erfahrungen gemacht: So musste der vom Großaktionär Katar in den Aufsichtsrat entsandte Ex-UBS-Vorstand Jürg Zeltner seinen Posten auf Druck der Bankenaufsicht wieder räumen.

    Deutsche Bank kennt sich mit Interessenkonflikten aus

    Der mittlerweile verstorbene Schweizer Banker war nämlich auch Chef des luxemburgischen Geldhauses KBL, das mittlerweile Quintet heißt und mehrheitlich der an der Deutschen Bank beteiligten katarischen Herrscherfamilie gehört. Zeltner hatte in Quintet außerdem eine substanzielle Summe investiert.

    Schütz war ursprünglich als Vertreter des chinesischen Mischkonzerns HNA in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank eingezogen, der zeitweise fast zehn Prozent der Anteile hielt. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten bauten die Chinesen ihre Anteile dann wieder schrittweise ab, bis sie die Reste des Aktienpakets an das Family Office von Schütz verkauften. Mit 17,4 Millionen Aktien gehören dem Österreicher damit 0,84 Prozent an der Bank.

    Schütz betonte, die Bankenaufsicht habe keine Einwände gegen seine FIS-Übernahme gehabt. Das Institut stehe nicht in Konkurrenz mit der Deutschen Bank, daher gebe es keine Interessenkonflikte. Auch mit Blick auf die Größe sei die FIS in dieser Hinsicht nicht relevant.

    Anders als die Quintet Private Bank, die über ihre Muttergesellschaft direkt von der EZB beaufsichtigt wird, ist die FIS mit einer Bilanzsumme von 40 Millionen Euro tatsächlich ein sehr kleines Institut. Die Bilanzsumme von Quintet war mit zuletzt mehr als zwölf Milliarden Euro um ein Vielfaches größer.

    Die FIS ist seit 1994 am Bankplatz Luxemburg aktiv. Sie war zunächst eine Niederlassung der Sparkasse Bremen, wurde 2001 dann aber in eine rechtlich selbstständige Vollbank in Form einer Aktiengesellschaft umgewandelt. Das Institut betreut derzeit vorwiegend vermögende Privatkunden sowie Kunden im institutionellen Bereich. 

    Die Sparkasse Bremen begründete den Verkauf ihrer Luxemburg-Tochter damit, dass sie sich auf ihr Kerngeschäft am Standort Bremen konzentrieren wolle. Schütz betonte, er wolle die „gute Zusammenarbeit mit der Sparkasse Bremen“ erhalten und ausbauen. Außerdem ist ein Markteintritt in Österreich geplant.

    Mehr: Investoren plädieren für kürzere Amtszeiten der Dax-Aufsichtsräte

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