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BankenkriseStürzt die Zinswende die Welt in eine neue Finanzkrise?

Steigende Zinsen lassen Banken kollabieren, Staatshaushalte leiden, Immobilienmärkte einbrechen – und die Notenbanken sind gefangen zwischen Inflations- und Krisenbekämpfung. 20.03.2023 - 08:01 Uhr Artikel anhören

Die vielen Turbulenzen auf dem Finanzmarkt lassen die Sorge vor einer neuen Bankenkrise steigen.

Foto: Handelsblatt
  • Mit dem Kollaps der Silicon Valley Bank am vergangenen Wochenende ist die Angst vor einer Bankenkrise zurück. Kunden der Bank wurden von der US-Regierung gerettet.
  • Mit dem Hilferuf der Credit Suisse an die Schweizer Notenbank am Mittwochabend hat die Bankenkrise Europa erreicht. Auch zahlreiche andere Banktitel verloren massiv an Wert.
  • Die Banken sind nicht der einzige Sektor, der unter der Zinswende der Notenbanken leidet: Auch Immobilienmarkt, Tech-Branche und Staatshaushalte geraten in Not. US-Ökonom Kenneth Rogoff sieht die Welt auf eine Krise zusteuern.

Düsseldorf, Berlin, New York, Zürich, Frankfurt. Vielleicht soll schon ihr Anzug an diesem Tag signalisieren, dass die Zeichen an den Finanzmärkten auf Alarm stehen und dass sie das verstanden hat. Jedenfalls hat Christine Lagarde, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), an diesem Donnerstag ein außerordentlich auffälliges Alarmrot als Farbe ihrer Kleidung gewählt, als sie in Frankfurt vor die Medien tritt.

Da steht sie nun – und kann nicht anders: Eigentlich müsste sie, allein um die nervösen Märkte zu beruhigen, mit weiteren Zinserhöhungen zögern. So wie sie es im vergangenen Jahr lange getan hatte, als die Inflation längst bedrohlicher war, als die Chefin der Zentralbank es wahrhaben wollte. Doch nun, da Europas mächtigste Zentralbankerin wegen der tiefen Verunsicherung an den Märkten und des Vertrauensverlusts gegenüber den Banken allen Grund zum Zögern hätte, muss sie handeln, wie sie es bereits im Januar angekündigt hatte: Die EZB erhöhte am Donnerstag den Zinssatz ein weiteres Mal um 50 Basispunkte auf jetzt 3,5 Prozent.

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