Banken: Ex-Bundesbanker Dombret zur Bankenkrise: „Bei der Regulierung gibt es Nachholbedarf“
Der ehemalige Vorstand der Bundesbank fordert Nachbesserungen bei der Finanzregulierung.
Foto: BloombergDenver. Nach den Bankenpleiten in den USA und der Notübernahme der Credit Suisse (CS) durch die UBS steht das Thema Finanzregulierung verstärkt im Fokus – bei Investoren und Finanzinstituten, aber auch bei den Aufsichtsbehörden, weiß Andreas Dombret. Er war bis 2018 als Bundesbank-Vorstand selbst für die Bankenaufsicht zuständig und berät heute verschiedene Unternehmen und Banken.
„Es gibt jetzt großen Gesprächsbedarf unter den Aufsehern, gerade mit Blick auf das ‚Too big to fail‘-Problem“, sagte Dombret im Gespräch mit dem Handelsblatt. Als „too big to fail“ (zu groß, um zu scheitern) gelten Banken, die besonders wichtig für die Stabilität der Finanzmärkte sind.
Mit dem neuen Schweizer Bankgiganten, dessen Bilanzsumme das Zweifache des Bruttoinlandsprodukts umfasst, hat das Thema Finanzregulierung laut Dombret nun an Dringlichkeit gewonnen. Die CS räumte am Montag bei der Vorlage der Quartalszahlen ein, dass die Kunden nach wie vor verunsichert seien. So verlor die Bank im ersten Quartal Kundengelder in Höhe von gut 61 Milliarden Franken.