Banken: Wachstum der Kreditvergabe im Euro-Raum schwächt sich erneut ab
Die Kreditvergabe an Unternehmen sank zwischen Mai und April um 0,6 Prozentpunkte.
Foto: dpaFrankfurt. Die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen im Euro-Raum verliert im Zuge des rasanten Straffungskurses der Europäischen Zentralbank immer mehr an Dynamik. Banken in den Ländern der Euro-Zone vergaben im Mai vier Prozent mehr Darlehen an Unternehmen als vor Jahresfrist, wie die EZB am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Im April hatte das Wachstum bei 4,6 Prozent gelegen, im März bei 5,2 Prozent.
Auch bei der Kreditvergabe der Geldhäuser an die Privathaushalte schwächte sich das Wachstum deutlich ab. Die Geldhäuser vergaben an die Haushalte im Mai 2,1 Prozent mehr Darlehen als ein Jahr zuvor. Im April hatte das Wachstum noch bei 2,5 Prozent gelegen, im März bei 2,9 Prozent.
Die EZB hatte Mitte Juni die Zinssätze bereits das achte Mal in Folge angehoben – auf den nunmehr höchsten Stand seit 22 Jahren. Mit dem jüngsten Schritt um einen Viertel-Prozentpunkt liegt der Einlagensatz, der an den Finanzmärkten aktuell der maßgebliche Schlüsselzins ist, mittlerweile bei 3,5 Prozent. Notenbank-Präsidentin Christine Lagarde hat für die nächste Zinssitzung im Juli bereits einen weiteren Schritt nach oben signalisiert.
Die Geldmenge M3 sei im Mai um 1,4 Prozent gewachsen, teilte die EZB mit. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen Zuwachs von 1,5 Prozent erwartet. Im April hatte M3 noch um 1,9 Prozent zugelegt.
Zur Messgröße M3 zählen unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten sowie Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen. Volkswirten zufolge können Änderungen in der Geldmenge darauf hinweisen, wie sich die Inflation künftig entwickeln wird. Allerdings gilt der Zusammenhang zwischen Geldmenge und Teuerung mittlerweile als sehr komplex.