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BankenaufsichtEnria: Geldhäuser sollen Geschäfte in Russland reduzieren – neuer Stresstest für Cyber-Attacken

Für Banken sei es schwierig, „von einem auf den anderen Tag“ aus dem Russland-Geschäft auszusteigen. Dennoch sollen bestehende Engagements heruntergefahren werden. 09.03.2023 - 12:13 Uhr Artikel anhören

Der EZB-Chefbankenaufseher fordert einen raschen Rückzug europäischer Banken aus Russland.

Foto: Reuters

Frankfurt. Noch in Russland aktive europäische Geldhäuser sollten aus Sicht von EZB-Chefbankenaufseher Andrea Enria ihre dort bestehenden Engagements möglichst rasch herunterfahren. Für die Aufsicht sei wichtig, dass die Banken ihre Geschäfte in Russland genau überwachten und im Idealfall so weit wie möglich reduzieren und abbauen, sagte Enria in einem am Donnerstag auf der Internetseite der Bankenaufsicht veröffentlichten Interview mit der litauischen Zeitung „Verslo zinios“. Zugleich kündigte Enria einen neuen Stresstest an, mit dem die Widerstandsfähigkeit der Institute gegenüber Cyber-Attacken geprüft werden soll.

Ein Verkauf noch bestehender Russland-Geschäfte sei womöglich wegen bestehender Anforderungen nicht leicht, sagte Enria. „Wir müssen verstehen, dass das Umfeld dort nicht einfach ist und dass es für Banken schwierig ist, von einem Tag auf den anderen dort auszusteigen,“ sagte er.

Es gebe lokale Anforderungen, die Genehmigungen erforderten, und es seien neue Regelungen in Kraft. Aus seiner Sicht könnte der Rückzug aber rascher erfolgen: „Ich hätte es gerne schneller.“ Insgesamt sei das Engagement europäischer Banken in Russland mit 87 Milliarden Euro im dritten Quartal 2022 aber nicht sehr groß.

Enria zufolge treibt die Aufseher zudem eine Zunahme der Hackerangriffe um. „Wir können dies keiner bestimmten Quelle zuordnen, aber es ist eine Tatsache, dass die Zahl dieser Angriffe zugenommen hat seit Beginn des Kriegs,“ merkte er an. Die Abwehrfähigkeit der Institute müsse daher gestärkt werden.

Geldhäuser müssten vorbereitet sein. Die Aufsicht starte deshalb 2024 einen thematischen Stresstest zur Cyber-Widerstandsfähigkeit. Damit solle geprüft werden, inwieweit die Banken in der Lage seien, auf Hacker-Angriffe zu reagieren und sich davon zu erholen. „Es ist eine neue Übung, für die wir ziemlich viel Zeit und Ressourcen aufwenden werden, um besser zu verstehen, wo die Stärken und Schwächen der Banken liegen.“ Die Testergebnisse sollen laut Enria dann bis etwa zur Jahresmitte 2024 vorliegen.

Die EZB ist seit Herbst 2014 für die Kontrolle der großen Banken im Euro-Raum zuständig. Aktuell überwacht sie 111 Institute, darunter in Deutschland die Deutsche Bank und die Commerzbank.

rtr
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