Baufinanzierung: Neugeschäft mit privaten Immobilienkrediten sinkt um Hälfte
Das Neugeschäft mit privaten Immobilienkrediten ist auch im April eingebrochen. Ein wachsender Teil des Neugeschäfts entsteht durch Kreditverlängerung.
Foto: dpaFrankfurt. Der Einbruch in der Baufinanzierung setzt sich in Deutschland im April fort. Das Neugeschäft mit privaten Immobilienkrediten ist gegenüber dem Vorjahresmonat erneut um die Hälfte gesunken. Das Darlehensvolumen lag nur noch bei 13 Milliarden Euro. Es ist damit der schwächste April seit Start der Datenerfassung vor 20 Jahren, ermittelte das Analysehaus Barkow Consulting auf Grundlage von Bundesbank-Daten.
Das für die deutschen Geldhäuser wichtige Geschäft mit Baufinanzierungen ist im Zuge der Zinswende stark zurückgegangen – besonders Anfang dieses Jahres. So rutschte das Neugeschäft im gesamten ersten Quartal 2023 um gut 50 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2022 ab.
Das Neugeschäft im April lag auch rund 15 Prozent unter dem Niveau von März. Laut Barkow ist es schwer vorstellbar, dass das Neugeschäft im Mai besser gelaufen ist: Das Analysehaus verweist darauf, dass laut der Wirtschaftsauskunftei Schufa die Zahl neuer Hypothekenverträge im Mai gegenüber dem Vorjahr weiter gesunken ist.
Die Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC rechnet damit, dass angesichts des schwachen Neugeschäfts das Gesamtvolumen an Immobiliendarlehen im Vergleich zum Vorjahr bald abschmilzt. „Innerhalb der nächsten sechs Monate wird der Kreditbestand wahrscheinlich sinken“, sagt PwC-Partner Tomas Rederer. PwC geht davon aus, dass sich das Neugeschäft auch in den nächsten zwei bis vier Monaten halbieren wird. Bei den Sparkassen sank der Bestand bereits.