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Bericht der Credit Suisse 400 Billionen US-Dollar: Weltweite Vermögen steigen auf Niveau wie vor der Coronakrise

Die Pandemie hat den Reichtum weltweit zwar negativ beeinflusst, aber nur kurz. In Deutschland ist die Zahl der Millionäre laut Global Wealth Report sogar gestiegen – um 58.000.
22.10.2020 Update: 22.10.2020 - 17:55 Uhr Kommentieren
In Deutschland hätten sich zu den etwa 2,2 Millionen US-Dollar-Millionären von Januar bis Juni weitere 58.000 Millionäre hinzugesellt, schreibt die Schweizer Bank Credit Suisse in ihrem Wohlstandsbericht. Quelle: dpa
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In Deutschland hätten sich zu den etwa 2,2 Millionen US-Dollar-Millionären von Januar bis Juni weitere 58.000 Millionäre hinzugesellt, schreibt die Schweizer Bank Credit Suisse in ihrem Wohlstandsbericht.

(Foto: dpa)

Frankfurt Ärmer hat die Corona-Pandemie die Menschen insgesamt gesehen und im Durchschnitt nicht gemacht – im Gegenteil. Das belegt der Global Wealth Report 2020, den die Credit Suisse (CS) an diesem Donnerstag vorgestellt hat.

Demnach betrug das globale Vermögen Ende Juni rund 400 Billionen US-Dollar und kehrte damit nach einem deutlichen Einbruch im März zurück auf das Niveau von Ende 2019.

Der Preisverfall an den Aktienmärkten im März hatte nur zwischenzeitlich großen Einfluss auf den weltweiten privaten Wohlstand und traf in erster Linie wohlhabendere Menschen, die in Börsenwerte investiert hatten: Im ersten Quartal sanken die Vermögen um 4,4 Prozent. Das zweite Quartal glich diesen Rückgang aber wieder aus.

Ende Juni lag das durchschnittliche Vermögen pro Erwachsenen weltweit bei rund 77.000 Dollar. Im vergangenen Jahr war es um 8,5 Prozent auf 77.300 Dollar gestiegen. Ohne Corona, so schätzen die Studienautoren, hätte sich dieser Trend in abgeschwächter Form fortgesetzt.

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    „Anders als die Weltwirtschaft, die schwer beeinträchtigt wurde, ist der Wohlstand recht stabil geblieben“, sagte Nannette Hechler-Fayd’herbe, Investmentchefin der CS-Vermögensverwaltung, bei einer Telefonkonferenz zum Report.

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    Zwar sei der Konsum gesunken, die durchschnittlichen Einkommen hätten sich aber je nach Land entweder nicht verändert oder seien sogar gestiegen. Deswegen seien auch die Sparpolster der privaten Haushalte angewachsen, die diese auf Konten einzahlten oder in Aktien investierten, erklärte Hechler-Fayd’herbe.

    Einen weiteren Grund für die geringen Auswirkungen von Covid-19 auf die Vermögen sieht sie in dem günstigen Zinsumfeld der Zentralbanken und den Hilfsmaßnahmen der Regierung.

    In Indien und China wachsen die Vermögen wieder

    Dieser allgemeine Befund gilt nicht für jede Region gleichermaßen. Nord- und Südamerika sind nicht nur von den Corona-Fallzahlen am stärksten betroffen, dort sanken den CS-Daten zufolge auch die Vermögen.

    Länder wie Indien und China hingegen verzeichneten in den ersten sechs Monaten allerdings wieder steigende Vermögen. Hechler-Fayd’herbe sagte, Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei in der Vergangenheit so stark gewachsen, „dass die Pandemie die Vermögen kaum beeinflusste“.

    Auch für Deutschland geht der Report nicht von einem Rückgang aus. Zwar hätten der Lockdown und die stark eingeschränkten internationalen Handelsströme auch der Wirtschaft der Bundesrepublik zugesetzt. Für 2020 rechnet die CS aber dennoch mit um knapp vier Prozent wachsenden Vermögen. Zuletzt lag dieser Wert stabil bei etwa 3,3 Prozent jährlich.

    Ob die Prognosen der CS zutreffen, hängt auch davon ab, ob es einen erneuten Lockdown in mehreren Ländern geben wird. Rund drei Viertel der Verbraucher in Deutschland halten Covid-19 laut einer aktuellen Umfrage für eine große oder gar sehr große Bedrohung.

    Ökonomen wie der Deutschland-Chefvolkswirt von ING, Carsten Brzeski, befürchten bereits ein neuerliches Schrumpfen der Wirtschaftsleistung im vierten Quartal. Wegen dieser Unsicherheit haben die Verfasser des World Wealth Reports lediglich einen Ausblick für 2021 gewagt, nicht wie sonst für fünf Jahre.

    40 Prozent aller Dollar-Millionäre leben in den USA

    Die durchschnittlichen Vermögen in der Bevölkerung sind von Land zu Land sehr unterschiedlich. In Deutschland etwa verfügten laut dem Bericht Ende 2019 die 68 Millionen erwachsenen Bürger über 14,8 Billionen Dollar, durchschnittlich also rund 218.000 Dollar – Ende Juni 221.000 Dollar.

    Vier Prozent aller Dollar-Millionäre leben in Deutschland. Die meisten von ihnen, 40 Prozent der Dollar-Millionäre weltweit, sind nach wie vor in den USA ansässig, mit großem Abstand vor China (elf Prozent). Während in China in den ersten sechs Monaten des Jahres 365.000 hinzukamen, waren es in den Vereinigten Staaten nur 58.000 neue Millionäre. So viele Menschen haben es auch in Deutschland zusätzlich in den Kreis der Vermögensmillionäre geschafft. Der Kreis zählt nun rund 2,2 Millionen.

    Der Bericht zeigt auch auf, dass die deutschen Vermögen im europäischen Vergleich weiterhin sehr ungleich verteilt sind. Global betrachtet ist die Vermögensungleichheit der Studie zufolge tendenziell aber zurückgegangen. Das gelte beispielsweise für die USA, schreiben die Autoren, die sich auf Daten der US-Notenbank Federal Reserve beziehen.

    Der Anteil des reichsten Prozents und der reichsten zehn Prozent der US-amerikanischen Bevölkerung am Vermögen aller Bürger ist demnach jeweils gesunken.

    Am deutlichsten büßten Russlands Superreiche ein. Gehörten ihnen 2016 noch fast 65 Prozent des russischen Gesamtvermögens, sind es in diesem Jahr noch gut 56 Prozent.

    Mehr: Wann bin ich reich? Das sagen Ökonomen.

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