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Corona-Krise Japans Notenbank beruhigt die Märkte in der Epidemie

Die Märkte sind zuletzt als Folge der Corona-Krise abgestürzt. Die Bank von Japan verspricht, sie zu stabilisieren und greift stützend in den Bondmarkt ein.
02.03.2020 - 10:09 Uhr Kommentieren
Japans Notenbankchef versprach, dass die Bank von Japan die künftigen Entwicklung genau beobachten und sich bemühen werde, „ausreichend Liquidität zur Verfügung zu stellen und die Stabilität der Finanzmärkte durch angemessene Marktoperationen und Käufe zu stabilisieren“. Quelle: Reuters
Haruhiko Kuroda

Japans Notenbankchef versprach, dass die Bank von Japan die künftigen Entwicklung genau beobachten und sich bemühen werde, „ausreichend Liquidität zur Verfügung zu stellen und die Stabilität der Finanzmärkte durch angemessene Marktoperationen und Käufe zu stabilisieren“.

(Foto: Reuters)

Tokio Japans Notenbankschef Haruhiko Kuroda versprach am Montag vor Börsenbeginn, die Finanzmärkte in der Coronavirus-Krise zu stabilisieren. Damit trug er in der globalen Angst vor einer Pandemie wenigstens für diesen Tag mit dazu bei, den Sturz der Aktienkurse in Asien zu stoppen.

Der Nikkei-225-Index, der vorige Woche um rund zehn Prozent eingebrochen war, stieg um ein Prozent auf 21.344 Punkte. Andere asiatische Märkte folgten dem Beispiel. Der koreanische Kospi-Index legte um 0,8 Prozent zu, auch der singapurische Straits-Times-Index rangierte leicht im Plus. Der Shanghai Composite Index kletterte sogar um 3,1 Prozent auf 2970 Punkte.

Vor allem zählte wohl die Geste. In der nicht einmal namentlich gezeichneten Erklärung versprach Kuroda nur, dass die Bank von Japan die künftigen Entwicklung genau beobachten und sich bemühen werde, „ausreichend Liquidität zur Verfügung zu stellen und die Stabilität der Finanzmärkte durch angemessene Marktoperationen und Käufe zu stabilisieren“.

Eine Stunde nach Börsenstart verstärkte die Notenbank ihre Erklärung mit der Nachricht, dass sie japanische Staatsanleihen im Wert von 500 Milliarden Yen (rund vier Milliarden Euro) vom Markt aufgekauft habe. Dies war das erste Mal seit 2016, dass die Bank von Japan zu diesem Mittel gegriffen hat.

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    Die Pressemitteilungen der japanischen Notenbank trafen den Markt in einer Zeit, in der Anleger ohnehin verstärkt darauf wetten, dass die Notenbanken die Volatilität der Finanzmärkte gemeinsam bremsen könnten. Vorige Woche hatte die US-Notenbank bereits in einer ähnlichen Erklärung ihren Willen signalisiert, zur Unterstützung der Notenbank die Zinsen senken zu wollen.

    Südkoreas Geldhüter verzichteten vorige Woche zwar auf einen Zinsschritt, weil sie vorerst direkte staatliche Hilfen für betroffene Industriezweige für wirkungsvoller halten. Südkoreas Regierung will 15 Milliarden Euro zur Bekämpfung der Folgen bereitstellen. Aber Analysten schätzen die Chance hoch ein, dass die Bank von Korea im April die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte auf das neue koreanische Rekordtief von einem Prozent senken wird.

    In Südkorea droht der Konsum wenigstens im laufenden Quartal einzubrechen, weil viele Menschen zu Hause bleiben und kaum noch ausgehen. Auch in Japan dürften die wirtschaftlichen Nebenwirkungen des Versuchs steigen, die Ausbreitung der Epidemie zu bremsen.

    Fast alle Präfekturen des Landes sind am Montag der Aufforderung von Japans Ministerpräsidenten Shinzo Abe gefolgt, die Schulen des Landes zu schließen. Große und kleine Veranstaltungen werden abgesagt, um den Viren kein Forum zu bieten. Und viele Japaner verzichten auf feierabendliche Umtrünke mit Kollegen und Freunden.

    Japans Regierung hat zwar schon ein Hilfsprogramm von 2,3 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Doch noch ist nicht klar, wie sehr es Unternehmen helfen wird, sich trotz der Epidemie von den Folgen einer Mehrwertsteuererhöhung im Oktober 2019 zu erholen.

    „Die nächsten zwei Wochen sind entscheidend“

    Schon im vergangenen Quartal schrumpften nach einer Mehrwertsteuererhöhung die Wirtschaft und die Unternehmensgewinne. Auch die Investitionen der Unternehmen lagen im letzten Quartal 2019 3,5 Prozent unter denen des Vorjahres, erklärte das Finanzministerium am Montag. Nun könnten die Angst vor der Epidemie und die Vorbeugungsstrategie der Regierung die Erholung verzögern.

    Masamichi Adachi, Volkswirt der UBS Japan, rechnet bereits damit, dass die Produktion im März „wahrscheinlich scharf abfallen wird“. Wie lange der Konsum gebremst werden würde, hängt für ihn vom Verlauf der Epidemie ab.

    „Die nächsten zwei Wochen sind entscheidend“, meint er. „Wenn sich die Situation verschlechtert, werden die Konsequenzen signifikant sein.“ Er kann sich daher vorstellen, dass die Bank von Japan in einer konzertierten Aktion der Notenbanken mitwirken würde.

    Für Aktionäre stellt sich damit die Frage, ob sie jetzt schon in den Markt einkaufen sollen. Für Jesper Koll, Japanberater des Investmenthauses WisdomTree, hängt die Frage von der Infektionswelle in den kommenden zwei Wochen ab. Als Indikator wählt er die saisonale Grippewelle.

    Bleibt sie wegen der Maßnahmen gegen die Coronavirus-Epidemie unter den üblichen Werten, wäre es für ihn ein Signal, sich in der Hoffnung auf steigende Kurse in den Markt einzukaufen. Für den Fall, dass sich die Lage deutlich verschlechtert, meint er: „Wenigstens in Tokio werden wir dann wissen, wann wir Panik schieben.“

    Mehr: So kämpfen Staaten gegen den Corona-Crash.

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