Ende des Immobiliebooms: Geschäft mit Baufinanzierung gerät ins Wanken
Banken berichten bereits über deutliche Rückgänge bei der Kreditvergabe für Baufinanzierungen.
Foto: Marc-Steffen UngerFrankfurt, Düsseldorf, München. Das Ende des Immobilienbooms setzt die deutschen Banken unter Druck. Nach Jahren des starken Wachstums steht nun eine Flaute im Neugeschäft bevor. Die Beratungsgesellschaft PwC und viele Kreditinstitute rechnen mit weniger Abschlüssen. „Es ist wahrscheinlich, dass das Neugeschäft im Jahresverlauf noch kleiner ausfällt“, warnt PwC-Partner Tomas Rederer. „Dafür sorgt die allgemeine Unsicherheit. Besonders diejenigen, die Wohnimmobilien als Geldanlage erwerben, sind vorsichtig geworden.“
Im März hatte das Neugeschäft mit gut 32 Milliarden Euro noch einen neuen Rekord erreicht, seitdem ist es fast jeden Monat gesunken und lag im Juli sowie August jeweils unter dem Vorjahresniveau. Rederer kann sich vorstellen, „dass das Neugeschäft für eine kurze Zeit fast zum Stillstand kommt“. „Das liegt auch daran, dass viele Kreditnehmer ihre Anschlussfinanzierung für laufende Immobiliendarlehen schon im Frühjahr abgeschlossen und damit vorgezogen haben, um sich noch niedrigere Zinsen zu sichern.“
Den Trend verdeutlichen erste Zahlen zur Kreditentwicklung von Juli bis einschließlich September. Das Transaktionsvolumen auf der Kreditplattform Europace fiel im dritten Quartal um fast ein Fünftel auf 20 Milliarden Euro. Europace gehört zu Hypoport, neben Interhyp einer der größten Baufinanzierungsvermittler in Deutschland.