Finanzinvestoren: Die neue Generation der Heuschrecken: Die Flut des großen Geldes zwingt die Private-Equity-Firmen zum Wandel
Jeder dritte Firmenkauf in diesem Jahr wird mit einer Private-Equity-Firma geschlossen.
Foto: Getty ImagesBerlin, Frankfurt. Zwischen Tintenfisch-Salat und Steak lässt sich das Dilemma der Finanzinvestoren nicht verbergen. Die Vertreter aus der Branche treffen sich an diesem Abend im November im Grill Royal. Die Gäste dieses Hauptstadt-Restaurants, so schrieb es einst die „Berliner Zeitung“, lebten vielleicht über ihre Verhältnisse oder „haben Geld, ganz einfach“.
Fest steht: Beim Biss ins Steak lebt keiner der Investoren über seine Verhältnisse. Nie zuvor hatten die Finanzinvestoren so viel Geld wie zurzeit. Schwierig ist vor allem das Ausgeben. Eingeladen hat der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), in dem die Branche der Beteiligungsfirmen, auf Englisch Private Equity, ihre Interessen bündelt. Im gedämmten Licht des Grill Royal reden die Beteiligungsmanager offen über ihr Gewerbe – zitiert werden darf aus dem Treffen nicht. Aber es wird deutlich: Die Branche boomt, Corona zum Trotz.
Gerade erst haben die beiden Fonds Centerbridge und Advent angekündigt, die Aktien der Aareal Bank für 1,7 Milliarden Euro zu kaufen. Und in Italien bietet KKR für Telecom Italia. Wert: 33 Milliarden Euro, einschließlich Schulden. Es wäre der bisher größte Private-Equity-Deal Europas. Jeder dritte Firmenkauf in diesem Jahr wird mit einer Private-Equity-Firma geschlossen.