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Genossenschaftsbanken Berliner Volksbank will bis zu 100 Millionen Euro für Fintech-Investitionen einsammeln

Die größte deutsche Volksbank startet gemeinsam mit anderen Genossenschaftsbanken einen neuen Wagniskapitalfonds. Der Fokus soll auf Fintechs und Proptechs liegen.
04.02.2020 Update: 04.02.2020 - 11:32 Uhr Kommentieren
Das Institut aus der Hauptstadt will sich auf Start-ups konzentrieren. Quelle: Imago
Berliner Volksbank

Das Institut aus der Hauptstadt will sich auf Start-ups konzentrieren.

(Foto: Imago)

Frankfurt Wenn es um Investitionen in Finanz-Start-ups geht, spielten regionale Banken wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken bisher kaum eine Rolle. Das könnte die Berliner Volksbank ändern. Gemeinsam mit acht weiteren Genossenschaftsbanken und der Ideal Lebensversicherung startet die größte deutsche Volksbank einen Wagniskapitalfonds namens VR Ventures.

Wie Timo Fleig, Geschäftsführer bei VR Ventures, dem Handelsblatt sagte, streben die Banken mit dem Fonds „eine Zielgröße von 75 bis 100 Millionen Euro an“. Die Berliner Volksbank hat mit Fintech-Investments bereits Erfahrung und will damit auch ihr Produktangebot erweitern.

Risikokapitalgeber aus aller Welt setzen schon seit Jahren auf Start-ups aus der Finanzbranche, kurz Fintechs. Nach Zahlen der Unternehmensberatung Barkow Consulting ist das Interesse im vergangenen Jahr noch mal deutlich gestiegen. Demnach hat sich das Investitionsvolumen allein in Deutschland auf rund drei Milliarden Euro erhöht – inklusive Übernahmen und Krediten. 2018 lag es bei rund 1,6 Milliarden Euro. Auch einige Banken investierten bereits. So etwa die Commerzbank über ihre Tochter Main Incubator und die Deutsche Bank über Digital Ventures.

Im neuen Fonds VR Ventures stecken bisher knapp 32 Millionen Euro. Sechs Millionen davon stammen von der Berliner Volksbank, die gemeinsam mit anderen Banken zusätzliche fünf Millionen zugesagt hat. Zu den beteiligten Volksbanken gehören auch die Volksbank Bielefeld-Gütersloh, die Rheingauer Volksbank und die VR-Bank Südpfalz. Um den Fonds zu vergrößern, will VR Ventures weitere Profianleger, aber keineswegs nur Volks- und Raiffeisenbanken, ansprechen.

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    Der Investitionsfokus des Fonds soll auf Fintechs und Proptechs – also Start-ups aus der Immobilienbranche – sowie auf angrenzenden digitalen Unternehmenslösungen für kleine und mittelständische Firmen liegen. Investiert werde in Teams und Lösungen in ganz Europa ab der späten Seed Phase, also wenn andere Geldgeber bereits den Start einer Firma finanziert haben.

    Die Berliner Volksbank will mit dem neuen Fonds Geld verdienen. Fleig zufolge liegt die Renditeerwartung bei mehr als 13 Prozent. Zugleich aber versucht das Kreditinstitut so, den Kontakt in die Fintech-Szene zu verstärken. Man wolle zum einen direkt mitbekommen, „was sich dort tut“, so Fleig. „Zum anderen besteht immer die Möglichkeit, dass wir als Bank auch die Dienstleistungen der Fintechs, in die wir investieren, nutzen“, sagt er.

    Berliner Volksbank will VAI Trade für Kunden nutzen

    Hinter VR Ventures steht das Team der Berliner Volksbank Ventures, das bereits seit 2015 die Start-up-Investitionen der Berliner Volksbank managt – auch der Investor Redstone Digital ist als Partner weiterhin dabei. In den Fonds hatte die Bank bereits 20 Millionen Euro gesteckt und in zwölf Firmen investiert. Darunter sind auch einige bekannte Start-ups wie der digitale Vermögensverwalter Liqid, die Crowdinvesting-Plattform Bergfürst sowie Figo, das sich auf Datenschnittstellen spezialisiert hatte und inzwischen in der Plattform Finleap Connect aufgegangen ist.

    Daneben hat die Berliner Volksbank auch schon direkt in Fintechs investiert. Gemeinsam mit dem Unternehmer Garry Krugljakow und dem Company-Builder Bridgemaker hat sie seit 2017 die Finanzierungsplattform VAI Trade aufgebaut. Zuletzt lag der Anteil der Volksbank bei 82 Prozent. Dieser wird sich nochmals erhöhen, da Krugljakow das Unternehmen zum Jahreswechsel verlassen und in diesem Zuge auch seine Anteile in Höhe von zuletzt rund 6,5 Prozent an die Bank verkauft hat.

    Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte der 31-Jährige dem Handelsblatt. Sein Ausscheiden erklärt er mit seiner „Gründernatur“. „Ich habe den größten Spaß daran, Dinge am Reißbrett zu entwickeln und aufzubauen“, sagt er. VAI Trade dagegen befinde sich schon in der Wachstumsphase. „Ich werde mich nun wieder aktiver in die Gründerszene einbringen, gegebenenfalls auch als Investor“, sagt Krugljakow. Zuvor hatte er schon die Bezahl-App Cookies mitgegründet und später an den Zahlungsdienstleister Klarna verkauft.

    Bis die Bank auch die restlichen Anteile an VAI Trade übernimmt dürfte es nur eine Frage der Zeit sein. Geplant ist nach Aussage eines Sprechers bereits, VAI Trade „auch in den Vertrieb an unsere Kunden zu integrieren“, denn man sei sehr zufrieden mit dem Produkt. VAI hilft kleinen und mittelständischen Firmen finanzielle Engpässe zwischen Wareneinkauf und Verkauf zu überbrücken.

    Dass Banken Fintechs komplett übernommen haben, kam bisher selten vor. Viel Aufmerksamkeit zog daher vor zwei Jahren die ING in Deutschland auf sich. Die Direktbank kaufte die Kreditplattform Lendico.

    Mehr: Die Sparkassen wollen kein eigenes Smartphone-Konto mehr anbieten.

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