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InflationDeutsche verzichten auf Konsum

Jeder fünfte Deutsche kann es sich nicht leisten zu sparen, zeigt eine Sparkassen-Umfrage. Über 70 Prozent haben in den letzten Monaten auf etwas verzichtet.Elisabeth Atzler 26.10.2023 - 08:46 Uhr Artikel anhören

Besonders Menschen mit geringerem Einkommen müssen ihr Geld stärker denn je zusammenhalten.

Foto: dpa

Frankfurt. Die Inflation und die unsichere wirtschaftliche Lage hinterlassen zunehmend ihre Spuren. Die Menschen in Deutschland können weniger sparen und schätzen ihre persönliche finanzielle Situation skeptischer ein. 26 Prozent sagen, dass sie sich finanziell schlecht aufgestellt fühlen – in etwa so viele wie zuletzt vor zehn Jahren.

Das zeigt das jährliche Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes unter mehr als 4800 Menschen ab 14 Jahren. Das „Vermögensbarometer“ wird seit 2005 erhoben. Sparkassenpräsident Helmut Schleweis sagte am Dienstag, dass auch die geopolitische Lage und eine „gefühlte Überforderung“ durch Maßnahmen gegen den Klimawandel auf die Stimmung drücken würden.

Laut der Umfrage müssen sich mehr Deutsche angesichts der hohen Preissteigerung einschränken. 71 Prozent haben schon auf etwas verzichtet, so die Befragung. Vor einem Jahr waren es 65 Prozent.

Gut die Hälfte der Befragten erklärt, dass sie weniger heizen oder Energiekosten zu Hause herunterfahren. Ebenso viele Menschen kaufen weniger ein. Knapp die Hälfte kocht mehr zu Hause, statt essen zu gehen. Zudem erklären 40 Prozent der Befragten, dass sie 2023 weniger für Urlaub und Reisen ausgeben.

Besonders Menschen mit geringerem Einkommen müssen ihr Geld stärker denn je zusammenhalten. Mehr als 80 Prozent der Haushalte mit einem Einkommen von unter 2000 Euro monatlich haben in den vergangenen Monaten im Alltagsleben auf etwas verzichtet.

Inflation: Sparen ist für viele aktuell nicht möglich

Zugleich können mehr Menschen in Deutschland nicht mehr sparen. 20 Prozent geben an, dass Sparen für sie nicht mehr möglich sei. 2022 waren es 18 Prozent, im Jahr zuvor 15 Prozent.

Schleweis warnte, dass das Thema erschwingliches Wohnen mehr und mehr zum Problem werde. „Das ist sozialer Sprengstoff“, sagte der DSGV-Chef. „Der Wohnungsbau stockt. In zwei Jahren werden uns eine Million Wohnungen fehlen.“

Unter den befragten Immobilienbesitzern – insgesamt rund 920 Menschen – haben etwa 40 Prozent bereits energetisch saniert. Die anderen 60 Prozent planen dies weitgehend nicht. Der Grund: Der Hälfte der Nicht-Sanierer fehle schlichtweg das Geld, so Schleweis. 40 Prozent meinen zudem, es lohne sich nicht.

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Erstpublikation: 24.10.2023, 12:11 Uhr.

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