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Insolventer Zahlungsdienstleister Eine weitere Wirecard-Tochter ist verkauft

Der portugiesische Zahlungsdienstleister SIBS übernimmt das Wirecard-Geschäft in Rumänien. Weitere Verkäufe sollen bald folgen. Das Interesse ist groß.
28.09.2020 - 17:28 Uhr Kommentieren
Nach und nach werden die einzelnen Gesellschaften des insolventen Zahlungsdienstleisters verkauft. Quelle: Reuters
Zentrale von Wirecard in Aschheim

Nach und nach werden die einzelnen Gesellschaften des insolventen Zahlungsdienstleisters verkauft.

(Foto: Reuters)

München Bei der Verwertung von Einzelteilen des insolventen Zahlungsdienstleisters Wirecard kann Insolvenzverwalter Michael Jaffé einen weiteren Erfolg melden. Demnach wurden alle Aktien der Wirecard Romania SA an den portugiesischen Zahlungsdienstleister SIBS verkauft.

Die rumänische Tochter wurde bislang von der Wirecard Sales International Holding (WDSI) gehalten, in der die internationalen Beteiligungen der Wirecard-Gruppe gebündelt sind. Der Verkauf wurde am Montag vollzogen. Über den Verkaufspreis vereinbarten die beteiligten Parteien Stillschweigen.

Wirecard hatte die rumänische Tochter vor rund vier Jahren übernommen. Sie bietet seit inzwischen mehr als 25 Jahren Zahlungsdienstleistungen und Technologielösungen für alle großen Banken in Rumänien und Moldawien an.

Ihre Tochtergesellschaft Romcard gehört zu den führenden Anbietern im rumänischen Zahlungsverkehr. Mit der Tochtergesellschaft Supercard Solutions & Services verfügt Wirecard Romania über einen hohen Marktanteil auf dem Markt für Händler-Angebote, einschließlich Treuesystemen und Marketing-Aktivitäten. Die rumänischen Gesellschaften haben ihr Geschäft unabhängig vom Konzern geführt.

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    Der Käufer SIBS führt den Betrieb nahtlos fort. Der Zahlungsdienstleister ist einer der Marktführer in Portugal und hat auch in anderen Ländern Europas und Afrikas eine bedeutende Stellung. Durch die Transaktion erschließt sich SIBS den rumänischen Markt und weitet dadurch seine Stellung in Osteuropa aus. Bisher wickelt SIBS nach eigenen Angaben in mehr als zehn Ländern den Zahlungsverkehr für über 300 Millionen Kunden ab.

    Grafik

    Insolvenzverwalter Jaffé kündigte bereits die nächsten Schritte innerhalb des Verkaufsprozesses an. So gebe es auch für weitere internationale Tochtergesellschaften erhebliches Interesse. Insbesondere für die PT Prima Vista Solusi und die PT Wirecard Technologies Indonesia mit Sitzen in Jakarta sowie für die vietnamesische Wirecard Company Limited sei man in einem fortgeschrittenen Verkaufsprozess, sagte Jaffé.

    In der vergangenen Woche wurde bereits die Österreich-Tochter von Wirecard verkauft. Dort konnte die Insolvenzverwalterin Ulla Reisch aus Wien einen wichtigen Erfolg verbuchen. Käufer ist demnach die Frankfurter Private-Equity-Gesellschaft Aurin, der Preis liegt bei knapp vier Millionen Euro.

    Aurin beabsichtige, den Betrieb mit dem bestehenden Team am Standort Graz zu erhalten, teile Reisch mit. „Zukünftig wird es wieder unter dem Namen Qenta firmieren, um an eine erfolgreiche Historie vor der Zugehörigkeit zum Wirecard-Konzern anzuknüpfen.“ Technologie und Services sollen zukünftig kontinuierlich ausgebaut werden.

    Die Österreich-Tochter, die bisher unter dem Namen Wirecard Central Eastern Europe firmiert, ist ein sogenannter Payment-Service-Provider, wickelt also Zahlungen für unterschiedliche Kunden ab. Angebunden sind etwa die österreichische Lotterie sowie die Staatsbahn ÖBB.

    Mehr: Deutsche Bank steigt aus dem Rennen um Wirecard Bank aus.

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