Investmentbanking: Die Energiekrise wird zum Treiber im M&A-Geschäft
BASF hat sich einen Anteil am Windpark gesichert – und ist damit ein Beispiel dafür, wie Konzerne bei der Energieversorgung unabhängiger werden wollen.
Foto: ImagoFrankfurt. Der Ukrainekrieg hat das lange Zeit boomende Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A) abrupt gebremst. Die wenigsten Unternehmen trauen sich gerade zu, große Übernahmen zu stemmen, und wenn, dann finden Käufer und Verkäufer beim Preis nur schwer zueinander.
Interessanter ist aber, wie sich auf dem M&A-Markt gerade das Fundament verschiebt: Die Konzernlenker wollen wegen der Lieferkettenprobleme den Bezug von Rohstoffen und Energie über Zukäufe absichern. Investmentbanker müssen sich darauf einstellen, ihre Teams neu ordnen. Die „Dealmaker“ sprechen davon, dass vertikale Integration für viele Firmen in etlichen Branchen ein Thema ist.
Der Chemieriese BASF ist ein Beispiel, wie Konzerne bei der Energieversorgung unabhängiger werden wollen: „Mit dem Kauf eines Anteils am Windpark Hollandse Kust Zuid hat BASF dies sehr erfolgreich realisiert“, sagt Julian Schoof, Leiter Investmentbanking Coverage der Deutschen Bank in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Ins selbe Schema passt laut Schoof der diskutierte Einstieg von MSC bei der Fluglinie ITA (früher Alitalia) in Italien – die Lieferkette werde ausgedehnt. Den Bezug von Batterietechnik sichern sich Autobauer ebenfalls über Zukäufe ab, wie zuletzt etwa Deals aus dem Volkswagen-Konzern zeigen. „Ähnliches gilt für den Bezug von Rohstoffen wie Lithium oder Teilen wie Microchips wie die Kooperation von Volkswagen mit Qualcomm“, erklärt Schoof.