Jane Fraser im Interview: Citi-CEO sieht keine große Bankenkrise
Deutschland ist ein wichtiger Markt für die US-Bank, betont die Managerin.
Foto: BloombergFrankfurt, Denver. Erst die Silicon Valley Bank (SVB) und die New Yorker Signature Bank, dann die First Republic Bank: Seit Anfang März haben bereits drei US-Regionalbanken Insolvenz anmelden müssen. Und die Branche steht weiter unter Druck. Im Zentrum des Problems stehen die stark gestiegenen Zinsen, die dazu führen, dass die Anleihen und Kredite in den Büchern der Banken deutlich weniger wert sind.
Das Vertrauen in die Finanzinstitute hat stark gelitten. Jane Fraser, Chefin der US-Großbank Citi hält das Bankensystem dennoch für „stabil“. „Es sind sehr viel mehr Banken gesund und sicher“, sagte Fraser im Gespräch mit dem Handelsblatt.
An den Märkten blicken Amerikas Regionalbanken auf eine turbulente Woche zurück. Zu Wochenbeginn gerieten die Titel von Instituten wie etwa Western Alliance oder Pacwest mit in den Abwärtsstrudel, am Freitag legten sie dann eine Erleichterungsrally hin. Dennoch: Auf Jahressicht stehen weiterhin deutliche Kursverluste zu Buche.
Mit Blick auf die drei gescheiterten Regionalbanken sagte Fraser: „Wir haben es hier bei einer Handvoll Banken mit – höflich formuliert – schlechtem Management zu tun.“ Die Citi-CEO sieht noch „ein paar wenige Banken“, die noch in Schwierigkeiten kommen könnten. Zuletzt war vergangene Woche US-Konkurrent JP Morgan eingesprungen und übernahm große Teile der First Republic.