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LandesbankenLBBW profitiert von Berlin-Hyp-Übernahme und meldet Milliardengewinn

Der Gewinn der Landesbank Baden-Württemberg hat sich 2022 mehr als verdoppelt und steigt auf fast 1,9 Milliarden Euro – auch dank eines einmaligen Sondereffekts.Elisabeth Atzler 08.03.2023 - 14:59 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Vom Geschäftsmodell als mittelständische Universalbank überzeugt.

Foto: dpa

Frankfurt. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat ihren Gewinn im vergangenen Jahr kräftig erhöht. Operativ erzielte sie ein Vorsteuerergebnis von 901 Millionen Euro, wie die Bank am Mittwoch mitteilte. Das sind zehn Prozent mehr als 2021, und es ist der höchste Gewinn seit 2006 – also vor Ausbruch der Finanzkrise.

Inklusive der Immobilienbank Berlin Hyp, die die LBBW 2022 gekauft hatte, stieg der Gewinn vor Steuern sogar auf fast 1,9 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich um einen Sondereffekt. Der Saldo aus Vermögenswerten und Schulden der Berlin Hyp überstieg den Kaufpreis – und zwar deutlich, unter anderem weil durch die steigenden Zinsen bis zum Abschluss des Deals auch die Bewertung der Passiva anzog.

Das Ergebnis zeige, „dass unser Geschäftsmodell als mittelständische Universalbank nachhaltig erfolgreich ist“, sagte LBBW-Chef Rainer Neske. Ein wichtiger Meilenstein sei die erfolgreiche Übernahme der Berlin Hyp gewesen. Neske betonte, dass er im Immobiliengeschäft „keine größeren Risikothemen am Horizont“ sehe. Gleichwohl ist es dem Bankchef zufolge schwierig abzuschätzen, wie sich die Investitionstätigkeit entwickle.

Die LBBW gehört dem Land Baden-Württemberg, der Stadt Stuttgart sowie den regionalen Sparkassen. Den Anteilseignern schlägt die Bank eine Ausschüttung von 240 Millionen Euro vor.

Bilanzsumme springt auf 324 Milliarden Euro

Die größte Landesbank profitierte in Teilen des Geschäfts bereits von der Zinswende. So stieg das Zinsergebnis um 13 Prozent auf rund 2,3 Milliarden Euro.

Auch andere Großbanken, allen voran die Deutsche Bank und die Commerzbank, verdienten 2022 deutlich mehr als ein Jahr zuvorvor Steuern 5,6 Milliarden Euro beziehungsweise zwei Milliarden Euro. Die genossenschaftliche DZ Bank kam auf 1,8 Milliarden Euro.

Die Bilanzsumme der LBBW machte maßgeblich durch den Berlin-Hyp-Zukauf einen Satz nach oben. Sie erhöhte sich um 15 Prozent auf 324 Milliarden Euro. Die Bank baute den Bestand an Firmenkrediten auf 98 Milliarden Euro aus, Immobiliendarlehen hat sie nun mit 20 Milliarden Euro in den Büchern.

Damit wächst der Abstand zu den anderen Landesbanken – BayernLB, Landesbank Hessen-Thüringen und NordLB. „Wir haben unsere Position innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe deutlich stärken können“, sagte Neske.

Beim Verkauf des Sparkassen-Immobilienanbieters Berlin Hyp bekam die LBBW vor gut einem Jahr den Zuschlag, die Helaba ging leer aus. Anders als die Helaba hält die LBBW aber nichts von einem Zentralinstitut der Sparkassen, für das Sparkassenpräsident Helmut Schleweis lange getrommelt hat.

Potenzielle Belastungen aus Unternehmenskrediten

Mit Blick auf das laufende Jahr wappnet sich die LBBW weiter für potenzielle Belastungen aus Unternehmenskrediten. Dafür hat sie nun insgesamt gut 800 Millionen Euro beiseitegelegt. Im vergangenen Jahr kamen laut Finanzchefin Stefanie Münz weitere etwa 200 Millionen Euro an freiwilliger Risikovorsorge dazu. „Es gibt aus meiner Sicht noch viele Herausforderungen für die Wirtschaft“, sagte Münz.

Bisher ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen trotz Coronakrise und trotz des Angriffskriegs von Russland gegen die Ukraine relativ niedrig. Manche Beobachter fürchten, dass im Jahresverlauf mehr Firmen in Probleme geraten. Unklar ist auch, wie sich die Immobilienbranche weiterentwickelt.

Der Anteil der Automobilbranche im Kreditportfolio der LBBW ist leicht gesunken, auf elf Prozent aller Firmenkundendarlehen. Mitte 2019 lag der Wert noch bei fast 15 Prozent, 2017 bei gut 18 Prozent, was im Branchenvergleich besonders hoch war.

Bei ihrem Engagement im Autosektor, der in Baden-Württemberg traditionell stark vertreten ist, bleibt die LBBW. „Wir sollten die Automobilindustrie nicht herunterreden“, sagte Neske. Die Bank müsse angesichts der technologischen Veränderungen jedoch schauen, bei welchen Kunden die Strategie überzeugend sei und sie langfristig dabei sein wolle.

Ob ein Unternehmen weiterhin Autos mit Verbrennermotor herstelle, sei eine wichtige Frage, aber nicht die ausschlaggebende. „Es wird noch lange Verbrenner weltweit geben.“

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